Festschrift 60 Jahre KZBV

30 Herr Dr. Buchholz, schenken Sie uns einen persönlichen Blick auf die vergangenen 60 Jahre der KZBV … Die Gründung der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung im Jahr 1955 fällt in meine Kindheit. Den Beruf des Zahnarztes habe ich bereits in jungen Jahren kennengelernt, denn schon mein Vater hatte eine eigene Praxis in Münster. Hohes Engagement, permanenter Einsatz für die Patienten und klare ethische Prinzipien haben früh mein Bild des Zahnarztes geprägt. Die enge Arzt-Patienten-Bindung meines Vaters war außergewöhnlich und für meine eigene Arbeit als Zahnarzt vorbildhaft. Auch schon sehr früh habe ich das Prinzip der Regelleistung und der darüber hinausgehenden Leistungen kennengelernt. Kfo-Verträge, die Erweiterung der Therapie und die Kosten- dämpfungsgesetze waren Gesprächsthemen in meinem Elternhaus, bevor ich seit dem Jahr 1993 in Vorständen die Entwicklung selber begleiten durfte. Unser Thema zählt zu den grundlegenden Aufgaben der KZBV: Was umfasst die zahnmedizinische Grundversorgung? Die zahnärztliche Heilkunst ist Dienst amMenschen zum Erhalt und zur Wiederherstellung der Gesundheit. Unser Ziel ist die Verbesserung der Mundgesundheit der Bevölkerung. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung leistet im Rahmen ihres Aufgabenspektrums einen fachlichen Beitrag für die gesellschaftliche Konsensfindung darüber, wie Grundversorgung definiert wird und was die Solidargemeinschaft zu tragen hat. Welche Leistungen stehen den Menschen gesetzlich zu? Welche Kosten können der Solidargemeinschaft zugemutet werden? Die Grundversorgung hat in den vergangenen 60 Jahren einen großen Wandel vollzogen. Bedürfnisse und Ansprüche der Menschen an ihre Zahngesundheit haben sich kontinuierlich verändert. Die Gesellschaft der 50er und 60er Jahre hat diese Frage natürlich anders beantwortet als unsere heutige WohlI M G E S P R ÄC H M I T D R . GÜ N TH E R E . B U C H HO L Z Gestaltung der Grundversorgung

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