Festschrift 60 Jahre KZBV

36 Herr Dr. Fedderwitz, wir sprechen über Eigenverantwortung. Welche Assoziationen haben Sie da, wenn Sie an früher denken? Als ich Kind war, schenkte mir der Zahnarzt noch zur Belohnung ein Bonbon, wenn ich brav den Mund aufgemacht hatte. Heutzutage unvorstellbar! Nein, dass die Menschen selbst am meisten dafür tun können, dass sie möglichst lange gesunde Zähne haben, war in den 60er Jahren noch kein Thema. Die KZBV hat dann in der Folge viel dazu beigetragen, dass wir heute mit Recht stolz sein können auf die kontinuierliche Verbesserung der Mundgesundheit in Deutschland. Die Idee, Eigenverantwortung der Patienten einzufordern und etwa zu bonifizieren, wurde durch die KZBV bereits in den 70er Jahren konsequent in den gesundheitspolitischen Diskurs eingebracht. Wir Zahnärzte sind da ein Stück weit beispielgebend für die systematische Veränderung hin zu mehr Eigenverantwortung und die entsprechende Bewusstseinsbildung in der Gesellschaft. Die Zahnmedizin ist ja der einzige Bereich der gesundheitlichen Versorgung, der das Belohnungsprinzip schon seit vielen Jahren umgesetzt hat. Wir haben das sogenannte Bonusheft, das dazu dient, dass Patienten die Praxis regelmäßig aufsuchen. So können rechtzeitig Behandlungsnotwendigkeiten erkannt und auf diese Weise das Ausmaß der Behandlung möglicherweise klein gehalten werden. Was versteht die KZBV unter dem Stichwort Eigenverant- wortung? Wer trägt im System welche Verantwortung? Im Zusammenspiel von Patienten, Zahnärzten und Kosten- trägern übernimmt jeder seinen eigenen Teil der Verantwortung. Unter dem Prinzip Eigenverantwortung verstehen wir in erster Linie die Verantwortung des Patienten für die eigene Mund- gesundheit. Der Erfolg hängt vom Patienten ab, von seiner Einstellung zur Prävention und dem Verständnis, einen eigenen Beitrag zu leisten. I M G E S P R ÄC H M I T D R . J Ü RG E N F E DD E RW I T Z Gestaltung von Solidarität und Eigenverantwortung

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