Festschrift 60 Jahre KZBV

42 Ein Blick zurück auf 60 Jahre. Wie haben Sie es mit der Politik gehalten, als Sie jung waren? Ich komme aus einem wertkonservativen Elternhaus und war in meiner Jugend zunächst in kirchlichen und sozialen Organisationen engagiert. Obwohl ich parteipolitisch ungebunden war, hat mich zum Beispiel die Ostpolitik der SPD damals beeindruckt, denn meine Familie war durch die Teilung Deutschlands persönlich betroffen. Insofern habe ich dann die Wiedervereinigung während der Kanzlerschaft von Helmut Kohl auch als eine herausragende politische Leistung empfunden. Wertebasierung sowie eine klare Zielorientierung haben mir schon immer imponiert und mich geprägt. Diese Haltung und Grundüberzeugung bringe ich in meiner Funktion als Vorstandsvorsitzender der KZBV daher auch in den politischen Gestaltungsprozess für die Vertragszahnärzteschaft ein. Das politische Wirken der KZBV ist dabei immer auch ein Spiegel der jeweiligen Zeit. Wir standen seit unserer Gründung im Diskurs mit zehn Regierungen, 15 Gesundheitsministerinnen und -ministern und nahezu ebenso vielen Entscheidern im Sozialministerium, unterschiedliche Zuschnitte der Zuständigkeiten eingeschlossen. Von Nachkriegsnot und Wirtschaftswunder unter Adenauer und Erhard über unruhige End-60er-Jahre unter Kiesinger, den sozialliberalen Aufbruch unter Brandt und Schmidt, die konservative, wendeorientierte Kohl-Ära, rot-grüne Politik unter Schröder bis hin zu nunmehr zehn Jahren Koalitionskultur unter Merkel. Das Engagement der KZBV hat in all den Jahren immer einen roten Faden gehabt: sich für das Patientenwohl und das Wohl der Vertragszahnärzte gleichermaßen einzusetzen. I M G E S P R ÄC H M I T D R . WO L F GANG E ß E R Gestaltung der Rahmenbedingungen

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