Geschäftsbericht 2020/2021

101 Im Jahr 2018 blieben 60 Prozent der Zahnärztinnen und Zahnärzte inWestdeutschland mit ihrem Einkommen unter dem Durchschnittswert von 175.500 Euro, 40 Prozent lagen darüber. Der Median des Einnahmen-Überschusses lag im Jahr 2018 bei 151.900 Euro. In den alten Ländern waren Zahnärzte im Durchschnitt 43,3 Stunden pro Woche tätig, davon 33,0 Stunden behandelnd. Durchschnittlich wurden in der Praxis 8,22 Personen beschäftigt. NEUE BUNDESLÄNDER In den neuen Bundesländern stieg der Umsatz je Praxisinhaber im Jahr 2018 im Vergleich zum Jahr 2017 um 4,1 Prozent. Die Betriebsausgaben erhöhten sich um 4,6 Prozent, woraus ein Anstieg des durchschnittlichen Einnahmen-Überschusses um 3,3 Prozent (real + 1,5 Prozent) auf 138.700 Euro resultiert. Insgesamt führten die Einkommensanstiege der letzten Jahre zu einer Erhöhung des Einnahmen-Überschusses um 48,1 Prozent im Jahr 2018 im Vergleich zum Jahr 2004, was einer durchschnittlichen jährlichen Veränderungsrate von 2,8 Prozent entspricht. Aufgrund der allgemeinen Preisentwicklung, die zwischen den Jahren 2004 und 2018 22,2 Prozent betrug, ist der Einnahmen-Überschuss in diesem Zeitraum real um 21,2 Prozent gestiegen. Im Jahr 2018 blieben 58 Prozent der ostdeutschen Zahnärztinnen und Zahnärzte mit ihrem Einkommen vor Steuern unter demDurchschnittswert von 138.700 Euro und 42 Prozent erreichten ein höheres Einkommen. Der Median des EinnahmenÜberschusses lag im Jahr 2018 in den neuen Ländern bei 122.400 Euro. Für Zahnärzte in den neuen Ländern ergab sich eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 42,5 Stunden, davon entfielen 32,4 Stunden auf die Behandlung. Durchschnittlich wurden in der Praxis 5,56 Personen beschäftigt. ■ Das seit dem 1. Januar 2007 geltende Ver tragsarztrechtsänderungsgesetz (VÄndG) wurde zum 1. Juli 2007 durch Änderungen der Bundesmantelverträge präzisiert. Damit wurden neue Möglichkeiten zur Ausübung des zahnärztlichen Berufs geschaffen. Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte können nun in erweitertem Umfang Zahnärzte anstellen, Zweigpraxen eröffnen oder gemeinsam überörtliche Berufsausübungsgemeinschaften gründen. Durch das Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-WSG) ist die Bedarfszulassung zum 1. April 2007 weggefallen. Die Zahl der an der Versorgung teilnehmenden Zahnärztinnen und Zahnärzte (Vertragszahnärzte) in Deutschland betrug Ende des Jahres 2020 47.279. Damit verringerte sich die Zahl der Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent. Die Zahl der nur an der kieferorthopädischen Versorgung teilnehmenden Zahnärztinnen und Zahnärzte belief sich Ende des Jahres 2020 auf 2.962 und sank damit im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal um – 1,4 Prozent. Die insgesamt rückläufige Zahl der Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte stellt allerdings keine Verschlechterung der vertragszahnärztlichen Versorgung dar, sondern muss vor dem Hintergrund des Inkrafttretens des VÄndG Anfang des Jahres 2007 gesehen werden. Im Quartalsverlauf ab I/2007, insbesondere ab dem III. Quartal 2007, war ein deutlicher Anstieg der Zahl der bei den Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzten angestellten Zahnärztinnen und Zahnärzte festzustellen. Ende des IV. Quartals 2019 belief sich diese Zahl in Deutschland auf 12.008, Ende des IV. Quartals 2020 auf 12.396. Unter Berücksichtigung der angestellten Zahnärzte in medizinischen Versorgungszentren (MVZ) erhöhte sich im gleichen Zeitraum die Gesamtzahl der angestellten Zahnärztinnen und Zahnärzte von 14.859 auf 15.588. Wesentliche Gründe für den Anstieg der Zahl der angestellten Zahnärzte dürften sein, dass einerseits Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte aus der Selbstständigkeit in ein Angestelltenverhältnis gewechselt sind und andererseits Berufsanfänger in stärkerem Maße statt der Selbstständigkeit ein Angestelltenverhältnis bei Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzten gewählt haben. Die Gesamtzahl der Vertragszahnärzte und der bei ihnen angestellten Zahnärzte betrug am Ende des IV. Quartals 2019 60.509 (– 1,5 Prozent gegenüber IV/2018) und am Ende des IV. Quartals 2020 59.675 (– 1,4 Prozent gegenüber IV/2019). Unter Einbezug der angestellten Zahnärztinnen und Zahnärzte in MVZ verringerte sich im gleichen Zeitraum die Gesamtzahl nur um – 0,8 Prozent von 63.360 auf 62.867. Somit ist der Grad der vertragszahnärztlichen Versorgung trotz Rückgangs der Zahl der Vertragszahnärzte nur minimal gesunken (bei leicht gestiegener Zahl der Versicherten in der Gesetzlichen Krankenversicherung). [Grafik 3a] Zum IV. Quartal 2020 nahmen in Deutschland 1.062 medizinische Versorgungszentren an der vertragszahnärztlichen Versorgung teil. Gegenüber dem Vorjahresquartal mit deutschlandweit 904 medizinischen Versorgungszentren entspricht das einem Anstieg von 18 Prozent. Der deutliche Anstieg der Zahl der medizinischen Versorgungszentren resultiert daher, dass mit dem Inkrafttreten des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes (GKV-VSG) zum 23. Juli 2015 den Inhabern von medizinischen Versorgungszentren nunmehr die Möglichkeit eingeräumt wurde, diese auch fachgruppengleich zu betreiben. Auch die Zahl der in den medizinischen Versorgungszentren tätigen angestellten Zahnärztinnen und Zahnärzte erhöhte sich innerhalb eines Jahres um 12 Prozent und lag am Ende des Jahres 2020 in Deutschland bei 3.192. Es ist davon auszugehen, dass im Laufe des Jahres 2021 weitere Inhaberinnen und Inhaber medizinische Versorgungszentren gründen oder bereits bestehende Praxen in medizinische Versorgungszentren umgewandelt werden. [Grafik 3b] ■ ZAHL DER ZAHNÄRZTINNEN UND ZAHNÄRZTE

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