Geschäftsbericht 2020/2021

30 Der G-BA hat, basierend auf dem Vorschlag der KZBV, entschieden, die Regelungen zur Ausgestaltung der systematischen Behandlung von Parodontopathien in eine eigenständige Richtlinie zu überführen. Die Inhalte setzen auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Methodenbewertung und der aktuellen Klassifikation parodontaler Erkrankungen der Fachgesellschaften auf. Versicherte erhalten damit künftig eine umfassende, am individuellen Bedarf ausgerichtete systematische Parodontitistherapie. Im Zusammenhang mit der eigentlichen antiinfektiösen Therapie erhalten Versicherte eine patientenindividuelle Mundhygieneunterweisung. Dazu wurde als eigener Therapieschritt ein parodontologisches Aufklärungs- und Therapiegespräch verankert, um das Verständnis über die Auswirkungen der Erkrankung zu schaffen und die Mitwirkung der Versicherten zu stärken. Einen zentralen Stellenwert hat in der neuen Behandlungsstrecke die unterstützende Parodontitistherapie (UPT). Versicherte können, ausgerichtet am individuellen Bedarf, künftig zwei Jahre nach Abschluss der aktiven Behandlungsphase eine strukturierte Nachsorge in Anspruch nehmen, um den Behandlungserfolg zu sichern. Die Frequenz der UPT richtet sich bedarfsgerecht nach dem individuellen Patientenrisiko. on zentraler Bedeutung für die Arbeit der KZBV im G-BA sind die Unterausschüsse Zahnärztliche Behandlung und Methodenbewertung. Hier werden viele für die vertragszahnärztliche Versorgung relevanten Regelungen erarbeitet. Auch im Unterausschuss „Veranlasste Leistungen“ ist die KZBV vertreten und gestaltet dort Regelungen unter anderem zur Heilmittelversorgung im zahnärztlichen Bereich aus. SYSTEMATISCHE BEHANDLUNG VON PARODONTITIS UND ANDEREN PARODONTALERKRANKUNGEN Nach jahrelangen fachlichen Beratungen und intensiven Verhandlungen ist es der KZBV gelungen, den Grundstein für eine moderne Parodontitistherapie in der vertragszahnärztlichen Versorgung zu legen. Mit der vom Gemeinsamen Bundesausschuss am 17. Dezember 2020 beschlossenen Richtlinie zur systematischen Behandlung von Parodontitis und anderer Parodontalerkrankungen (PAR-Richtlinie) ist ab dem 1. Juli 2021 die vertragszahnärztliche Parodontitistherapie an den aktuellen Stand zahnmedizinischer Erkenntnisse angepasst. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist das oberste Entscheidungsgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im Gesundheitswesen. Seine Hauptaufgabe ist die Gewährleistung einer ausreichenden, zweckmäßigen und wirtschaftlichen Versorgung in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Die KZBV ist neben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der Deutschen Krankenhausgesellschaft und dem GKV-Spitzenverband eine der stimmberechtigten Trägerorganisationen des G-BA. In dieser Funktion setzt sich die KZBV im G-BA für die Ausgestaltung einer wirtschaftlichen und wissenschaftlich abgesicherten vertragszahnärztlichen Versorgung in Deutschland ein. MITWIRKUNG IM GEMEINSAMEN BUNDESAUSSCHUSS MITARBEIT IN DEN UNTERAUSSCHÜSSEN V Für mehr Informationen unter www.g-ba.de scannen Sie bitte den QR-Code mit Ihrem Smartphone.

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