Geschäftsbericht 2020/2021

31 UNTERKIEFERPROTRUSIONSSCHIENE BEI LEICHTER BIS MITTELGRADIGER OBSTRUKTIVER SCHLAFAPNOE BEI ERWACHSENEN Am 20. November 2020 hat der G-BA die Unterkieferprotrusionsschiene bei obstruktiver Schlafapnoe als Zweitlinientherapie in die ambulante vertragsärztliche Versorgung aufgenommen (MVV-Richtlinie). Die KZBV hatte sich im G-BA erfolgreich dafür eingesetzt, dass Vertragszahnärzte in die Versorgungsstrecke hinsichtlich des Ausschlusses zahnmedizinischer Kontraindikationen, der Anfertigung und Anpassung der Schiene, der Schieneneingliederung sowie der Einstellung des Protrusionsgrades eng eingebunden werden. Aufgrund der klaren Evidenzlage ist zudem eine klare Regelung gefasst worden, dass nur zahntechnisch individuell angefertigte und adjustierbare Schienen die Anforderungskriterien für eine funktionierende Schienentherapie erfüllen. Die notwendigen vertragszahnärztlichen Regelungen konnten nach fokussierten Beratungen am 6. Mai 2021 im G-BA verabschiedet werden. Damit ist die Grundlage geschaffen, dass die Schienentherapie als erste intrasektorale vertrags- ärztlich-vertragszahnärztliche Versorgungs- form voraussichtlich Anfang 2022 in die Versorgung kommt. COVID-19: BEFRISTETE ANPASSUNG VON ZAHNÄRZTLICHER HEILMITTEL-RICHTLINIE UND KRANKENTRANSPORTRICHTLINIE Zur Bewältigung der SARS-CoV-2-Pandemie hat der G-BA Sonderregelungen in seinen Richtlinien über die Verordnung veranlasster Leistungen beschlossen. Verordnungen von Heilmitteln in der zahnärztlichen Versorgung und die Verordnungen von Krankenbeförderungsleistungen zur zahnärztlichen Akutbehandlung von auf COVID-19 positiv getesteten Versicherten sowie Versicherten, die unter Quarantäne stehen, wurden hierzu flexibilisiert. Für die Heilmittel-RL ZÄ ist zum Beispiel dieMöglichkeit der Videotherapie für Maßnahmen der Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie eröffnet. Die Regelungen wurden mehrfach über den Zeitraum der Corona-Pandemie verlängert. Die Sonderregelungen für die Verordnung von Krankentransportleistungen, insbesondere der Wegfall des vorherigen Genehmigungsverfahrens, gelten bis Ende der durch den Bundestag festgestellten epidemischen Lage, die Sonderregelungen für die Verordnungen von Heilmitteln vorerst bis 31.Dezember 2021. BEHANDLUNG VON PARODONTITIS BEI VERSICHERTEN NACH § 22A SGB V AUSSERHALB DER SYSTEMATISCHEN BEHANDLUNG VON PARODONTITIS UND ANDERER PARODONTAL- ERKRANKUNGEN Die KZBV konnte im G-BA erreichen, dass unmittelbar nach Beschluss der PARRichtlinie Beratungen für einen niedrigschwelligen, bürokratiearmen Zugang zur PAR-Behandlung für vulnerable Gruppen wie Pflegebedürftige und Behinderte aufgenommen wurden. In kürzester Zeit konnten im G-BA Regelungen konsentiert werden, die am 6. Mai 2021 im Plenum beschlossen und am 8. Juni 2021 vom BMG nicht beanstandet worden. Getragen von den Fachgesellschaften liegt damit neben der systematischen PAR-Behandlung eine fokussierte und niedrigschwellige Behandlungsalternative für Versicherte nach § 22a SGB V zum 1. Juli 2021 vor. Diese niedrigschwellige Option richtet sich vor allem an pflegebedürftige Patienten nach § 15 SGB XI und solche mit Anspruch auf Eingliederungshilfe nach § 99 SGB IX und weitere konkretisierende Tatbestände, deren Vorliegen einer Durchführung einer systematischen Behandlung von Parodontitis entgegenstehen können. Dazu zählen zum Beispiel Patienten, bei denen die Fähigkeit zur Aufrechterhaltung der Mundhygiene nicht oder nur eingeschränkt gegeben ist, die einer Behandlung in Allgemeinnarkose bedürfen, oder bei denen die Kooperationsfähigkeit nicht oder nur eingeschränkt gegeben ist.

RkJQdWJsaXNoZXIy ODIwMTM=