Geschäftsbericht 2020/2021

37 die Lage versetzt werden, eine aktive Rolle bei ihren Behandlungsentscheidungen zu übernehmen. Ferner verfolgt die Vision 2030 die Botschaft, dass es keine Gesundheit ohne Mundgesundheit gibt. Die FDI fordert Politiker und Meinungsträger weltweit auf, Mundgesundheit als wesentlichen Teil der gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung in ihre politischen Entscheidungen einzubeziehen. Da sich Gesundheitssysteme und ökonomische Ressourcen weltweit stark unterscheiden, sind die in dem Strategiepapier aufgezeigten Ziele und Wege sehr allgemein formuliert und erfordern regionale Anpassungen. Im Berichtszeitraum hat sich die FDI länderübergreifend dafür eingesetzt, den Zahnärztinnen und Zahnärzten die Verabreichung von COVID-19-Impfstoffen zu gestatten. Nachdem im Rahmen einer Umfrage 57 nationale Zahnärzteverbände aus der ganzen Welt geantwortet hatten, dass fast zwei Drittel der Länder Zahnärzten die Verimpfung verbieten, forderte die FDI eine solche Erlaubnis im Rahmen einer Stellungnahme ausdrücklich ein. In Kambodscha, Kolumbien, Ägypten, Indien, Indonesien, Libanon, Nigeria, Serbien, Slowenien und dem Vereinigten Königreich dürfen Zahnärzte COVID-19- Impfstoffe verabreichen. In den USA erlaubten etwa 20 Bundesstaaten der Zahnärzteschaft die Impfung. Die Umfrage untersuchte auch die Priorisierung von Zahnärzten: 53 Prozent der antwortenden Länder gaben an, dass Zahnärzte in prioritäre Impfgruppen aufgenommen wurden, 12 Prozent teilten mit, dass dies nicht der Fall sei, und 18 Prozent antworteten, dass das Impfprogramm und die Festlegung prioritärer Gruppen noch in Planung seien. ■ uf globaler Ebene ist die Zahnärzteschaft in der Fédération Dentaire Internationale (FDI) organisiert, der mehr als 200 Mitgliedsverbände aus 130 Ländern angehören. Die Aktivitäten der FDI mussten im Berichtszeitraum aufgrund der CoronaPandemie stark eingeschränkt werden. Neben dem Weltzahnärztekongress in Shanghai wurden zahlreiche weitere Veranstaltungen abgesagt. Treffen fanden seither lediglich als Videokonferenzen statt. Zeitgleich mit der 148. Sitzung des Exekutivrats der Weltgesundheitsorganisation (WHO), auf der eine Entschließung zur Mundgesundheit auf der Tagesordnung stand, veröffentlichte die FDI am 18. Januar 2021 die „Vision 2030: Optimale Mundgesundheit für alle erreichen“. Mit dem neuen Strategiepapier schreibt der Weltzahnärzteverband sein Handlungskonzept für die nächsten zehn Jahre fort. Ziel des Konzepts, das an die FDI-Vision von 2020 anschließt, ist es, weltweit die Mundgesundheit der Bevölkerung zu verbessern, soziale Ungleichheiten im Bereich Zahnmedizin abzubauen und die Rolle des Berufsstands bei der Bereitstellung einer optimalen Mundgesundheit zu unterstützen. Das Konzept berücksichtigt globale gesellschaftliche Herausforderungen wie eine älter werdende Bevölkerung. Die im Papier skizzierten Ziele sind zwar global angelegt, Regionen und Länder sind aber aufgefordert, diese für sich zu adaptieren und umzusetzen. Die Vision 2030 fordert, dass Patienten selbst gut informierte Fürsprecher für ihre eigene Mundgesundheit werden und in Auch in europäischen und internationalen Gremien und Organisationen werden wichtige Fragen der zahnärztlichen Versorgung diskutiert, aktuelle Entwicklungen im Gesundheitswesen analysiert und entsprechende Politikkonzepte der Zahnärzteschaft abgestimmt. Die KZBV bringt in solchen Organisationen seit vielen Jahren erfolgreich ihre Expertise ein und arbeitet an Positionierungen des Berufsstandes auf europäischer und transnationaler Ebene aktiv mit. DIE VERTRAGSZAHNÄRZTESCHAFT IN INTERNATIONALEN ORGANISATIONEN UND GREMIEN FÉDÉRATION DENTAIRE INTERNATIONALE A Für mehr Informationen unter www.fdiworlddental.org scannen Sie bitte den QR-Code mit Ihrem Smartphone.

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