Geschäftsbericht 2020/2021

38 EUROPÄISCHE REGIONALORGANISATION DER FDI Ländern gelang es, dass Zahnmediziner in die erste Prioritätsgruppe aufgenommen wurden. Im Jahr 2020 wurden alle weiteren internationalen Aktivitäten verschoben, wissenschaftliche Veranstaltungen wurden teilweise online abgehalten. Die Pandemie hat sich deutlich auch auf die zahnmedizinische Ausbildung ausgewirkt – sowohl auf das Studium als auch auf die Fortbildung. Ein direkter Kontakt mit Studenten und jungen Zahnärzten in Universitäten und anderen Ausbildungsstätten war nicht möglich. Neben den Folgen der Corona-Pandemie wurde zudem das Thema „Investoren gesteuerte Zahnmedizin“ auf der ERO-Vollversammlung und in den Arbeitsgruppen der ERO diskutiert. Die meisten nationalen Zahnärzteorganisationen in der ERORegion sehen investorenorientierte zahnärztliche Praxisketten als sehr kritisch an. Folgende alarmierende Entwicklungen wurden als Gefahr für die freie Zahnheilkunde benannt: ■ Einfluss der Zahnärzte auf die Behandlungsfreiheit ■ Verlust der Behandlungsqualität ■ Ermutigung zur Überbehandlung (mehr Leistungen als in Vergleichs- gruppen) ■ Beeinträchtigung des Rechts der Patienten auf freieWahl des Zahnarztes ■ Unterbezahlung der Zahnärzte Als Negativbeispiele wurden aus Italien die abrupte Schließung von 60 DentixZahnarztpraxen und aus Spanien der Konkurs der Konzernzahnarztpraxen wie i-Dental und Dentix genannt. Dabei wurden jeweils Hunderte von Patienten mit unvollendeten Behandlungen zurückgelassen. In Belgien steht eine Kette von sieben Kliniken mit sechstausend besorgten Patienten vor dem Aus. Alle nationalen Zahnärzteorganisationen befürchten dabei gleiche Probleme wie in diesen Ländern. Die Zahnmedizin dürfe – so die einmütige Forderung – nicht zu einem Bereich für gewinnmaximierende Investoren werden. Die ERO-Arbeitsgruppe „Alternde Bevölkerung“ ist dabei, eine Informationsbroschüre zur Mundhygiene für Hilfspersonal zu entwickeln. Der Vertreter der KZBV, Herr Dr. Diercks, arbeitet aktiv in dieser Arbeitsgruppe mit und stellte dort als gutes Beispiel den in Deutschland vereinbarten Mundhygieneplan vor. Von Seiten der KZBV nehmen die Herren Dr. Ralf Wagner und Dr. Michael Diercks als Vertreter aus Deutschland an der EROVollversammlung teil. Zudem ist Herr Dr. Wagner in der ERO-Arbeitsgruppe „Das zahnärztliche Team“ und „Freie zahnärztliche Berufsausübung in Europa“ und Herr Dr. Diercks in der ERO-Arbeitsgruppe „Ageing Population“ engagiert. Die nächste ERO-Versammlung soll planmäßig am 29. und 30. April 2022 in Bukarest stattfinden. ■ ie vorerst letzte Vollversammlung der Europäischen Regionalorganisation der FDI (ERO) fand pandemiebedingt als Videokonferenz am 17. April 2021 statt. Im Mittelpunkt des fachlichen Austausches stand der Umgang der Zahnmediziner mit der Covid-19-Pandemie in den ERO-Mitgliedsorganisationen. Während des schwierigen Jahres konzentrierte sich die gesamte Arbeit der nationalen Zahnärzteorganisationen auf die Unterstützung des Berufsstandes. Zu Beginn der Pandemie wurde vor allem versucht, persönliche Schutzausrüstung für Zahnärzte und ihre Teams zu organisieren. Zudem stand im Fokus, Patienten und Politiker davon zu überzeugen, dass die Zahnmedizin auch in Corona-Zeiten sicher ist und bei der Politik dafür zu werben, finanzielle Unterstützung für Zahnärzte einzuführen, da diese einen signifikanten Rückgang der Patientenzahlen hinnehmen mussten. Alle nationalen Zahnärzte- organisationen haben umfangreiche Homepages online gestellt, die Zahnärztinnen und Zahnärzte über das Risiko- und Hygienemanagement in der Praxis informieren sowie aktuelle Hinweise zu Tests, Impfungen sowie Quarantänemaßnahmen bieten. Zu demwichtigen Thema Impfung arbeiteten die nationalen Zahnärzteorganisationen engmit den Gesund- heitsministerien zusammen, um Zahnärzteschaft und zahnmedizinisches Personal frühzeitig zu impfen. In einigen Für mehr Informationen unter www.erodental.org scannen Sie bitte den QR-Code mit Ihrem Smartphone. D

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