Geschäftsbericht 2020/2021

risen sind dornige Chancen, heißt es. In der Corona-Pandemie hat die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung ihre Chancen genutzt, um die Zahnarztpraxen in unserem Land bestmöglich durch diese Krise ohne Beispiel zu bringen. Wir haben in einer unübersichtlichen Lage an den entscheidenden Stellen Präsenz gezeigt, als es für Patienten und Berufsstand wichtig war. Mit großen Kraftanstrengungen, persönlichem Einsatz und viel Empathie begegnen Zahnärztinnen und Zahnärzte in Praxen und Selbstverwaltungskörperschaften allen Herausforderungen der Pandemie. Zuverlässig haben wir Patientinnen und Patienten und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter Einhaltung höchster Hygienestandards vor Infektionen geschützt und jederzeit die flächendeckende und wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung aufrechterhalten. Enge Zusammenarbeit mit der Wissenschaft und abgestimmtes Krisenmanagement sowie Einsatzbereitschaft, Eigeninitiative und Improvisationstalent waren zu jedem Zeitpunkt gefordert – und sind es noch. Praktisch „aus dem Stand“ und nahezu ohne staatliche Unterstützung haben wir von Beginn der Krise an ein flächendeckendes Netz von Schwerpunktpraxen und Behandlungszentren aufgebaut, um infizierte und Verdachtsfälle unter strengsten Schutzvorkehrungen getrennt vom normalen Praxisbetrieb versorgen zu können. Bei Hygieneartikeln und Schutzausrüstung herrschten besonders in der ersten Pandemie-Welle chaotische Zustände und Knappheit auf demWeltmarkt. Und obwohl die zahnmedizinische Versorgung von der Politik immer wieder als wichtiger Bestandteil der ambulanten Versorgung gelobt wurde, scheiterten die intensiven Bemühungen der KZBV an politischemWiderstand, unsere Versorgungsstrukturen mit einem Schutzschirm krisenfester zu machen. Die Zahnärzteschaft musste das erste Pandemiejahr weitestgehend auf sich allein gestellt meistern. Erhebliche Rückgänge in der Leistungsinanspruchnahme waren Folge ausbleibender Patientenkontakte, die aus Angst vor Infektionen zu teilweise erheblichen Einbußen in den Praxen führten. Gerade junge Praxen waren existenziell bedroht – und sind es teils heute noch. Umso verständlicher war die tiefe Frustration der Kollegenschaft über fehlende Wertschätzung und Ungleichbehandlung im Vergleich zu anderen Heilberufen. Selbst den Anspruch auf Kurzarbeitergeld mussten KZBV und Bundeszahnärztekammer erst einfordern und dann letztlich erfolgreich durchsetzen. Das beispielhafte Engagement der Kollegen im Verbund mit ihren Teams verdient höchsten Respekt und Anerkennung. Dass sich unsere Patienten auch und besonders in Krisenzeiten auf ihre Zahnärztinnen und Zahnärzte verlassen können, hat der Berufsstand erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Auch in der 3. Welle, die das Land noch einmal mit aller Härte getroffen hat, haben die Praxen nicht nachgelassen, die Regelversorgung der Patienten weiter sicherzustellen. Das Netz der Schwerpunktpraxen und Behandlungszentren in Betrieb zu halten, hat sich als richtige Entscheidung erwiesen. Letztendlich konnten wir mit demGKV-Spitzenverband dann doch noch eine bundesmantelvertragliche Vereinbarung im Sinne eines „Pandemiezuschlages“ abschließen. Danach zahlten die Kassen einen Betrag von maximal 275.000.000 Euro als einmalige pauschale Abgeltung – unabhängig von der jeweiligen Gesamtvergütung an die KZVen. Damit haben die Krankenkassen ihre Mitverantwortung für die Bewältigung der Lasten der Pandemie auch im Bereich der vertragszahnärztlichen Versorgung anerkannt. Wir werten das als Zeichen der Bereitschaft, zu einem dauerhaft guten vertragspartnerschaftlichen Miteinander zurückzufinden. Erfolgreich waren auch unsere Aktivitäten auf politischer Ebene. Mit dem Gesetz zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Pflege hat der Gesetzgeber zentrale Forderungen der KZBV aufgegriffen, mit deren Hilfe das vertragszahnärztliche Versorgungs- system ein stückweit krisenfester gemacht werden kann. Trotz aller Widrigkeiten, trotz herber politischer und innerberuflicher Widerstände und Rückschläge haben wir mit vereinten Kräften die Pandemie bislang gut bewältigt. Bei aller verständlichen Hoffnung auf eine „neue Normalität“ dürfen wir Achtsamkeit und Vorsicht nicht aufgeben. Die nächste Krise könnte nicht allzu lange auf sich warten lassen. Daher fordert die KZBV aus den Erfahrungen der Corona-Jahre zu lernen und konkrete K 4 Der Vorstand der KZBV (v. l. n. r.): Dr. Karl-Georg Pochhammer, stellv. Vorsitzender, Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstandes, ZA Martin Hendges, stellv. Vorsitzender VORWORT

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