Geschäftsbericht 2020/2021

Dr. Karl-Georg Pochhammer Stellv. Vorsitzender des Vorstandes Dr. Wolfgang Eßer Vorsitzender des Vorstandes ZA Martin Hendges Stellv. Vorsitzender des Vorstandes nationale Bewätigungsstrategien und Notfallpläne zu erarbeiten. Wir haben unsere Erfahrungen in einem „lessons learned“-Papier zusammengefasst und in die politische Diskussion getragen. Lediglich auf Sicht zu fahren, langwierige und kontroverse Meinungsbildungsprozesse föderaler Natur auszutragen und so die Bevölkerung zu verunsichern, ist kein Rezept für die Zukunft. Auch unsere versorgungspolitischen Themen und Leuchtturmprojekte haben wir trotz Corona erfolgreich nach vorne gebracht: Allem voran ist die systematische Behandlung der Volkskrankheit Parodontitis zu nennen, die seit 1. Juli vor einem grundlegenden Neuanfang steht. Zu diesem Datum ist die neue Parodontitis-Richtlinie sowie auch die Richtlinie für die PAR-Behandlung vulnerabler Gruppen nach § 22a SGB V in Kraft getreten. Gesetzlich versicherte Patienten können seitdem umfassend und dem aktuellen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse entsprechend versorgt werden. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens begreifen wir weiterhin als Chance, um einen gleichberechtigten Zugang zu Gesundheitsinformationen zu schaffen, Gesundheitskompetenz zu stärken und Bürokratielasten in Praxen zu bewältigen, um so die Versorgung zu verbessern und effizienter zu gestalten. So sind Videosprechstunden, Videofallkonferenzen und Telekonsile auch in der vertragszahnärztlichenVersorgung im Einsatz. Bei der unlängst verabschiedeten IT-Sicherheitsrichtlinie konnten wir gegen vielfältige Widerstände eine bürokratiearme Lösung durchsetzen, die in den Praxen umsetzbar ist. Es bleibt zudem unsere Aufgabe, mit Nachdruck deutlich zu machen, dass Fristen, Sanktionen und unabgestimmte Systemwechsel die Akzeptanz für den Ausbau der Telematikinfrastruktur nicht fördern. Es muss klar sein, dass nur eine alltagstaugliche TI, nahe am Versorgungsgeschehen und mit erkennbarem Mehrwert, Voraussetzung für Motivation und Akzeptanz in der Zahnärzteschaft sein kann. Deswegen kämpfen wir weiter für eine stabile und störungsfreie TI – mit versorgungsorientierten Lösungen, ohne Fristen und Sanktionen, ohne Verwaltungs- und Bürokratieaufwand und mit refinanzierten Kosten für den digitalen Transformationsprozess. Auch ein ‚Weiter so‘ auf demWeg zu mehr Vergewerblichung darf es nicht geben. Erst unlängst haben zwei Gutachten die negativen Auswirkungen von investorengetragenen Medizinischen Versorgungszentren auf die zahnmedizinische Versorgung klar belegt. iMVZ leisten demnach kaum einen Beitrag zur Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung. Die Gutachten bestätigen zudem unsere Sorge, dass in iMVZ zahnmedizinische Entscheidungen von Kapitalinteressen überlagert werden. Es ist daher zwingend erforderlich, mehr Transparenz über die Eigentümer- und Beteiligungsstrukturen von iMVZ zu schaffen. Unsere aktuellen Forderungen im Detail, Vorschläge und Konzepte für die Bundestagswahl und die folgende Legislatur haben wir mit der Agenda Mundgesundheit 2021-2025 an die Politik adressiert. Darin machen wir konkrete Vorschläge, wie wir unsere Ziele erreichen und die Herausforderungen meistern können. Dafür benötigen wir politische Rahmbedingungen, die dem Stellenwert der zahnmedizinischen Versorgung als festem Bestandteil der Daseinsvorsorge und der ambulanten medizinischen Versorgung Rechnung tragen und passgenaue Lösungen für die Besonderheiten der zahnmedizinischen Versorgung ermöglichen. Das zahnärztliche Versorgungssystemmuss eine ebenso robuste und wie leistungsfähige Säule des Gesundheitssystems bleiben. Dafür setzen wir uns mit aller Kraft ein. So sehr uns das Corona-Virus im Jahr 2020 in Atem gehalten hat und uns auch weiterhin vor Herausforderungen stellt, so sehr arbeiten wir als KZBV gemeinsam mit den 17 KZVen an der Realisierung unserer Konzepte zur Modernisierung und Verbesserung der zahnärztlichen Versorgung. ■ 5 „So sehr uns das Corona-Virus im Jahr 2020 in Atem gehalten hat und uns auch weiterhin vor Herausforderungen stellt, so sehr arbeiten wir als KZBV gemeinsam mit den 17 KZVen an der Realisierung unserer Konzepte zur Modernisierung und Verbesserung der zahnärztlichen Versorgung.“

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