Geschäftsbericht 2020/2021

abei ist es der KZBV insbesondere gelungen, mit dem Parodontologischen Aufklärungs- und Therapiegespräch sowie der Patientenindividuellen Mundhygiene- unterweisung Leistungsansprüche von gesetzlich versicherten Patienten hinsicht- lichder besonderswichtigen „sprechenden Zahnmedizin“ zu etablieren und Nachsorgeleistungen einzuführen, die den Behandlungserfolg unterstützen (Unterstützende Parodontitistherapie – UPT). Die neue Behandlungsstrecke musste von KZBV und GKV-Spitzenverband in sehr kurzer Zeit im Bewertungsausschuss für zahnärztliche Leistungen leistungsrechtlich konkretisiert und vergütungsrechtlich bewertet werden. Trotz der naturgemäß sehr kontroversen Ansätze der Vertragsparteienmusste es gelingen, in nur 40 Kalendertagen den Leistungsbereich Teil 4 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs komplett zu überarbeiten. Zeitgleich mussten KZBV und GKV-Spitzenverband in ihrer Funktion als Bundesmantelvertragspartner die begleitenden Regelungen bezüglich Beantragung, Begutachtung und Abrechnung der betreffenden Leistungen schaffen. In diesem Zusammenhang mussten zudem die für den Versorgungsbereich PAR erforderlichen Formulare neu erstellt werden. Darüber hinaus hat sich die KZBV für Sonderregelungen eingesetzt, die Patientinnen und Patienten mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung (Pflegegrad/Eingliederungshilfe), bei denen eine systematische Behandlung gemäß der Richtlinie nicht durchgeführt werden kann, dennoch Zugang zu einer möglichst weitreichenden Parodontitistherapie gewähren. Dies ist in der Behandlungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses und in den Bundesmantelverträgen – ebenfalls mit Wirkung zum 1. Juli 2021 – umgesetzt worden. Im Hinblick auf das Inkrafttreten der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses und der grundsätzlichen Entstehung des damit korrespondierenden Leistungsanspruchs der Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung zum 1. Juli 2021, hatten die Vertragspartner des Weiteren die Aufgabe, eine Übergangsregelung für Alt- und Neufälle zu erarbeiten, die das Recht der Patientinnen und Patienten auf die neuen Leistungen ohne Verzug gewährleistet, aber nicht in bereits laufende Behandlungen eingreift. Insofern ist in all jenen Fällen nach dem neuen Recht zu verfahren, in denen mit der Therapie vor Inkrafttreten noch nicht begonnen wurde. Durch eine sehr enge Zusammenarbeit mit den Herstellern der Praxissoftware konnten sämtliche Leistungen trotz des äußerst engen Zeitfensters umgesetzt werden. Auch für die technische Abwicklung wurden Übergangslösungen gefunden, bis flächendeckend alle Verwaltungssysteme mit aktualisierten Modulen ausgestattet sind. Dank gilt an dieser Stelle insbesondere auch den vertragszahnärztlichen Praxen für ein hohes Maß an Engagement und Flexibilität bei der Umsetzung der neuen PAR-Richtlinie in der Versorgung. Nach den Errungenschaften für die vertragszahnärztliche Versorgung in den zurückliegenden Jahren – unter anderem bei der Verbesserung der Versorgung älterer und immobiler Patienten, für Patienten, die zu einer selbstständigen Mundhygiene nicht ausreichend in der Lage sind, oder auch im Hinblick auf die Bekämpfung frühkindlicher Karies als generalpräventives Instrument zur Vermeidung daraus erwachsender Zahnerkrankungen unterschiedlichster Art – freut sich die KZBV, dass es nach langen Mühen nun gelungen ist, den wichtigen Bereich der Parodontitisbehandlung auf eine neue Ebene zu heben. Dies ist nicht zuletzt ein Resultat der hervorragenden Zusammenarbeit mit der Wissenschaft und deren Unterstützung, hier namentlich der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie. ■ 52 Ende des Jahres 2020 ist im Gemeinsamen Bundesausschuss eine eigenständige Richtlinie zur systematischen Behandlung von Parodontitis und anderen Parodontalerkrankungen zur Neuausrichtung und Anpassung der PAR-Behandlung an den Stand der Wissenschaft beschlossen worden. DIE NEUE PAR-BEHANDLUNG D ERKLÄRVIDEOS ZUR NEUEN PAR-RICHTLINIE UNTERSTÜTZEN DIE ZIELGERICHTETE UMSETZUNG IN DER VERSORGUNG

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