Geschäftsbericht 2020/2021

62 mBereich Zahnersatz wurden im Jahr 2020 insgesamt 129.078 Gutachten erstellt. Das entspricht einer Abnahme um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In 117.138 Planungsgutachten wurden – wie annähernd im Vorjahr – 54,8 Prozent der Planungen befürwortet, während 22,8 Prozent nicht befürwortet und 22,4 Prozent der Planungen teilweise befürwortet wurden. Bei knapp 8 Millionen prothetischen Behandlungsfällen wurden lediglich 11.939 Mängelgutachten angefordert. Dabei wurden in 68,3 Prozent der Fälle auch tatsächlich Mängel festgestellt. Der Anteil gutachterlich beanstandeter Therapien an der Gesamtzahl der Zahnersatzbehandlungen lag damit im Promillebereich und ist ein Indikator für eine insgesamt qualitativ gute Ver- sorgung mit Zahnersatz. ■ Im Bereich Kieferorthopädie wurde im Jahr 2020 in 63.775 Fällen ein Gutachter bemüht. Das entspricht einer Zunahme um 10,5 Prozent. In 54,3 Prozent der Fälle wurde der geplanten Behandlung ganz, in 30,2 Prozent teilweise und in 15,5 Prozent nicht zugestimmt. Bei 163 (– 2) Obergutachterverfahren wurde in 112 Fällen (68,7 Prozent) der Behandlungsplanung der Zahnärztin oder des Zahnarztes oder der Kieferorthopädin oder des Kieferorthopäden nicht zugestimmt. ■ Die Begutachtung im Bereich Implantologie nahm im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 Prozent auf 1.866 Fälle ab. In 61,4 Prozent der Fälle wurde der geplanten Behandlung ganz, in 9,8 Prozent teilweise und in 29,0 Prozent nicht zugestimmt. 12 Obergutachten (– 29,4 Prozent) wurden erstellt. Dabei wurde die geplante Behandlung jeweils bei vier Fällen abgelehnt, teil- bzw. zuge- stimmt. ■ Im Bereich Parodontalerkrankungen erhöhte sich die Zahl der Gutachten im Jahr 2020 um 21,2 Prozent auf 9.900, während die Zahl der Behandlungsfälle gleichzeitig um 7,34 Prozent auf 1.040,9 Millionen sank. Die Begutachtungs- quote ist damit weiterhin verschwindend gering. 45,3 Prozent der PAR-Staten, also Befunderhebungen der Parodontien (Zahnhalteapparat), wurden ganz, 26,8 Prozent wurden teilweise und 28 Prozent wurden durch die Gutachter nicht befürwortet. Das zweitinstanz- liche Obergutachterverfahren musste im Jahr 2020 zehn Mal in Anspruch genommen werden. In den Obergutachter-Verfahren erzielten die Zahnärztin oder der Zahnarzt sechs Mal einen Teilerfolg, vier Mal wurde die Planung abgelehnt. ■ Anders als in den meisten Industriestaaten existiert in Deutschland ein Gutachterwesen für die zahnmedizinische Versorgung zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung. Die Krankenkasse oder – in bestimmten Fällen – auch Zahnärztinnen und Zahnärzte können bei Bedarf einen Gutachter einschalten, der beurteilt, ob eine geplante Therapie angemessen ist und von der Krankenkasse übernommen werden muss, oder ob eine prothetische Versorgung unter Umständen Mängel aufweist. Das Gutachterwesen dient damit der Überprüfung und Förderung der Behandlungsqualität. GUTACHTERWESEN GUTACHTEN PARODON- GUTACHTEN GUTACHTEN GUTACHTEN TALERKRANKUNGEN ZAHNERSATZ KIEFERORTHOPÄDIE IMPLANTOLOGIE I Für mehr Informationen unter www.kzbv.de/gutachterwesen scannen Sie bitte den QR-Code mit Ihrem Smartphone.

RkJQdWJsaXNoZXIy ODIwMTM=