Geschäftsbericht 2020/2021

74 STÖRFÄLLE IN DER TI – KONNEKTOREN IM BLICKPUNKT Neue „Baustellen“ sind im Berichtsjahr durch den Austausch und das Update von Konnektoren entstanden. Viele Praxen mussten im dritten und vierten Quartal 2020 den Konnektor tauschen, weil ein Anbieter die Weiterentwicklung seiner Konnektoren beendet hat. Im gleichen Zeitraum wurde das E-Health-Update für die Konnektoren ausgerollt, wobei es in vielen Praxen zu Problemen bei der Installation kam. Die KZBV hat hierbei Koordinations- und Informationsaufgaben übernommen und die KZVen und Praxen fortlaufend uber den aktuellen Sachstand informiert. Ein halbes Jahr später, beim ePA-Update des Konnektors im Juni 2021, war die KZBV wieder als Krisenmanager gefragt, weil eine neue Störungsthematik umfangreiche manuelle Maßnahmen in den Praxen verursacht hat. Diese Vorfälle haben noch einmal gezeigt, wie wichtig ein stabiler Betrieb der TI ist. Die Zahnarztpraxen dürfen mit Recht erwarten, dass die TI stetig zur Verfügung steht. Die KZBV hat diesen Punkt deshalb auch in diesem Berichtsjahr immer wieder an die gematik und das BMG adressiert. Die KZBV hat sich zudem intensiv für eine angemessene Lösung der von der gematik geforderten Betriebsdatenerfassung eingesetzt. Eine Verarbeitung gewisser Betriebsdaten ist nötig, um den sicheren Betrieb der TI zu gewährleisten. Aus datenschutzrechtlicher Sicht muss aber Der Gesetzgeber hat im Kontext der Digitalisierung des Gesundheitswesens für das Berichtsjahr weitere sehr eng getaktete Fristen gesetzt – mit Folgen für den Betrieb der TI. Unterschiedliche betriebliche Störungen haben die Zahnarztpraxen zum Teil vor erhebliche Herausforderungen gestellt. Vor allem bei den Konnektoren gab es – mitten in der Bewältigung der Covid-19-Pandemie – viel zu tun und zu verändern. Eine noch offene Baustelle aus dem Vorjahr war die Abwicklung einer großen TIStörung, in deren Folge im Mai und Juni 2020 ein Großteil der Konnektoren keine Verbindung mehr zur TI aufbauen konnte. Die KZBV hatte sich, neben der Koordination der Maßnahmen zur Behebung, erfolgreich dafür eingesetzt, dass den Praxen keine Kosten entstehen sollten. Dennoch hatten einige Dienstleister teilweise Rechnungen für die Behebung der Störung gestellt. Hier konnte die KZBV im Verbund mit den anderen Leistungserbringerorganisationen erreichen, dass die gematik den Praxen die entstandenen Kosten auf Nachweis erstattet. Die Versuche der KZBV, auch die Anträge zu berücksichtigen, die nach dem vereinbarten Stichtag eingereicht worden sind, hat die Gesellschafterversammlung der gematik imMärz 2021 abgelehnt. sichergestellt sein, dass die Maßnahmen minimalinvasiv und in jedem Fall verhältnismäßig sind. Die gematik – gestützt durch das BMG – hat hier im Detail eine andere Auffassung als die so genannten „Leistungserbringerorganisationen“. Dieses Spannungsfeld ist nur ein Beispiel dafür, dass der Betrieb der TI im Berichtszeitraum ein schwieriges Spielfeld für die Selbstverwaltung war. Ihr Einfluss in der gematik ist seit Eintritt des BMG als Mehrheitsgesellschafter in der gematik stark zurückgegangen. Bei der Konzeption der Anwendungen wird sie nur unzureichend eingebunden und Initiativen, wie zum Beispiel die Forderung, Anwendungen in Feldtests ausführlich zu erproben und deren Ergebnisse vor dem produktiven Einsatz zu berücksichtigen, können und werden mit den Mehrheitsverhältnissen in der Gesellschafterversammlung einfach blockiert, um die gesetzlich vom Mehrheitsgesellschafter vorgegebenen Fristen einhalten zu können. INFORMATIONEN FINDEN, WISSEN TEILEN – KZBV STARTET TI-SPRECHSTUNDE Mit einer konsequenten Ausrichtung auf Austausch und Information hat die KZBV im Berichtsjahr daran gearbeitet, die KZVen als koordinierende Ansprechpartner für die Zahnarztpraxen auf die neuen Herausforderungen im Betrieb der TI vorzubereiten. So bietet die KZBV unter anderem seit August 2020 alle drei Wochen eine „TI-Sprechstunde“ für die KZVen an. Das Format wird zusätzlich zu der seit Jahren bewährten Informations- und Austauschplattform, dem Jour fixe „Telematik“ der KZVen, angeboten und ermöglicht die Diskussion aktueller TI-Themen mit den KZVen und der KZVen untereinander. Alle Fragen und Antworten werden in einer Wissensdatenbank dokumentiert. Dieser Fokus auf Austausch und Information stärkt die Resilienz der vertragszahnärztlichen Versorgung in einem schwierigen TI-Umfeld. Dem noch einmal gewachsenen Informationsbedarf zum Betrieb der TI hat die KZBV mit neuen Informationsmaterialien für die Zahnarztpraxen Rechnung getragen. Im Berichtsjahr wurden neue Leitfäden, darunter der Leitfaden „Telematikinfrastruktur – Ein Überblick“, erstellt und die Informationen zur TI auf der Website der KZBV umfassend aktualisiert. ■ BETRIEB DER TELEMATIKINFRASTRUKTUR Für mehr Informationen unter www.kzbv.de/telematikinfrastruktur scannen Sie bitte den QR-Code mit Ihrem Smartphone.

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