Geschäftsbericht 2020/2021

76 Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) müssen alle Praxen ab dem1. Oktober 2021 KIM verpflichtend nutzen. Um die notwen- dige flächendeckende Verbreitung von KIM zu unterstützen, hat die KZBV im Berichtsjahr viele Angebote zur Information und zum Austausch rund um KIM gemacht und sich auch in die Konzeption des eAU-Feldtests eingebracht. Obwohl KIM erst mit der eAU verpflichtend zu nutzen ist, können die Praxen die Pauschalen, die für die Integration eines KIM-Clients, die Anbindung eines KIMFachdienstes und für den Betrieb vorgesehen sind, bereits seit dem 3. Quartal 2020 geltend machen, wenn sie sich mit den erforderlichen Komponenten und Diensten ausgestattet haben. Die KZBV hatte im Sommer 2020 in Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband die Weichen entsprechend gestellt. KIM VERNETZT DIE VERTRAGSZAHNÄRZTLICHE VERSORGUNG Parallel zur Anbindung der Zahnarztpraxen hat die KZBV auch die Anbindung der KZVen an KIM unterstützt. Im Berichtszeitraum konnten potentielle KIM-Anbieter ihre Planungen und Produkte in entsprechenden Workshops vorstellen. Für die KZVen ist damit eine breite Entscheidungsgrundlage für die Auswahl eines Dienstes und die Konzeption eigener Anwendungen, wie zum Beispiel für die Abwicklung von Gutachterverfahren Die Kommunikation im Medizinwesen, kurz KIM, ist der neue übergreifende Kommunikationsdienst der TI. Darüber können alle Akteure sicher miteinander kommunizieren und digitale Dokumente und Nachrichten untereinander austauschen. Im Berichtszeitraum ist KIM in den Praxen angekommen. Im Frühjahr 2020 haben 16 Zahnarztpraxen und vier Test-KZVen (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin und Nordrhein) am KIM-Feldtest des ersten Anbieters teilgenommen. Die zahnärztlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie die beteiligten KZVen hatten durch das Feststellen von Fehlern und der Unterstützung bei deren Behebung großen Anteil an der erfolgreichen Durchführung. Nachdem zusätzliche Zahnarztpraxen und auch die Test-KZVen die Feldtests aller technischen KIM-Anbieter erfolgreich absolviert haben, können die Zahnarzt- und Arztpraxen mittlerweile aus mehr als 30 Anbietern einen KIM-Dienst auswählen. Die KZBV hat sich aufgrund dieser großen Marktvielfalt und nach eingehender Befassung in Abstimmung mit den KZVen dagegen entschieden, zusätzlich einen eigenen KIM-Dienst anzubieten. Die ersten KIM-Installationen imvertrags- zahnärztlichen Bereich sind im ersten Quartal 2021 gestartet. Seitdem nehmen die Bestellungen monatlich zu und liegen Mitte Juni 2021 im vierstelligen Bereich. Für das Versenden der elektronischen oder die Übermittlung der Abrechnung, geschaffen worden. Gleichzeitig hat die KZBV die Vorbereitung der technischen Anbindung der KZVen an KIM koordiniert, indem sie Software-Alternativen zum Konnektor – den Basic Consumer für größere Institutionen – vorgestellt und bewertet sowie mit gematik und Anbietern abgestimmt hat. Bezüglich des für KIM erforderlichen und unter anderem durch die KZVen zu befüllenden Verzeichnisdienstes (VZD) konnten im Berichtszeitraum die Technik und die Prozesse festgelegt werden. Auch hier hat die KZBV regelmäßig Workshops veranstaltet, in denen sich die Entwickler der KZVen untereinander austauschen und Fragen bei KZBV und gematik platzieren konnten. Der Verzeichnisdienst wird in einer Ausbaustufe auch für den geplanten Telematikinfrastruktur-Messenger, kurz TI- Messenger, verwendet. Über diesen Messenger-Dienst sollen sich künftig Leistungserbringer untereinander und mit ihren Patientinnen und Patienten sicher austauschen können. Die KZBV befürwortet diesen Ansatz, sofern er für die Praxen nicht verpflichtend ist. In den Workshops der gematik setzte sich die KZBV zudem erfolgreich dafür ein, dass die Kommunikation mit den Patientinnen und Patienten initial ausschließlich von den Zahnarztpraxen gestartet werden kann. ■ MODERNE KOMMUNIKATION IM MEDIZINWESEN

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