Geschäftsbericht 2020/2021

77 Erst Mitte Juni 2021, kurz vor Fristende, hat das BMG verlauten lassen, dass von der Sanktionierung abgesehen wird, wenn eine Umsetzung objektiv nicht geleistet werden kann. Die KZBV hat diese Information an die KZVen weitergeleitet und noch einmal darauf hingewiesen, dass die Zahnarztpraxen aufgefordert werden sollten, sich nachweislich um die Beschaffung der erforderlichen Dienste und Komponenten zu bemühen, um der Sanktionierung zu entgehen. Zum Ausgleich der Ausstattungs- und Betriebskosten, die den Zahnarztpraxen durch die Einführung der ePA entstehen, hat die KZBV neue Pauschalen für die Implementierung und den Betrieb mit dem GKV-Spitzenverband verhandelt und im Mit der elektronischen Patientenakte (ePA), einer von den Versicherten geführten Akte, wurde im Berichtsjahr ein zentraler Baustein in der Digitalisierungsstrategie des Gesetzgebers eingeführt. Die Inbetriebnahme der ePA istmit der Bereitstellung der Aktensysteme und Frontends („ePA-Apps“) für die Versicherten durch die Krankenkassen zum 1. Januar 2021 erfolgt. Zum Berichtszeitpunkt hatten bundesweit rund 200.000 Versicherte eine ePA freigeschaltet. Seit dem 1. Juli 2021 hat zudem die flächendeckende Einführung der ePA in den Praxen begonnen, um wichtige Dokumente, Diagnosen und Befunde der Patientinnen und Patienten einsehen und für andere Akteure der TI in die Akte hochladen zu können. Die Zahnarztpraxen mussten bis zum 30. Juni 2021 den Nachweis erbringen, sich mit den Komponenten und Diensten zur Unterstützung der ePA ausgestattet zu haben – andernfalls müssen die KZVen nach dem Willen des Gesetzgebers das Honorar so lange pauschal um 1 Prozent kürzen, bis die Praxen den erforderlichen Nachweis erbringen können. FRISTEN UND SANKTIONEN IN DER KRITIK Die Voraussetzungen für die Ausstattung sind aber selbst zum Berichtszeitpunkt nochnicht vollständiggegeben. So ist zwar die Zulassung der Konnektor-Updates bis Ende Juni erfolgt, angepasste Praxisverwaltungssysteme stehen aber weiterhin noch nicht flächendeckend zur Verfügung. Die KZBV hat diesen Punkt im gesamten Berichtsjahr immer wieder in den Gremien der gematik und auch öffentlich thematisiert und gegenüber dem BMG gefordert, die Frist zu verschieben und die Sanktionen zu streichen. Trotz der zahlreichen Initiativenhat das BMGbisher diesen Forderungen nicht entsprochen. STARTSCHUSS FÜR DIE ELEKTRONISCHE PATIENTENAKTE BMV-Z festgeschrieben Des Weiteren hat die KZBV den Leitfaden „Elektronische Patientenakte (ePA)“ erstellt, um Zahnarztpraxen die rechtliche Einordnung und die technischen Voraussetzungen der ePA sowie mögliche Szenarien kompakt und verständlich zu erläutern. Im Sinne einer umfangreichen Information der Zahnarztpraxen hat die KZBV in der Gesellschafterversammlung der gematik für die Erstellung eines Gutachtens zu arzthaftungsrechtlichen Fragen im Hinblick auf den Umgang mit der ePA gestimmt. Das Gutachten liegt mittlerweile vor und bietet den Praxen eine Grundlage für den rechtlichen Umgang mit der ePA. ■ Die elektronische Patientenakte (ePA) Leitfaden für die Anwendung „ePA“ in der Zahnarztpraxis 07/2021

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