Geschäftsbericht 2020/2021

kann nur unzureichend getestet werden, weil zu wenige Praxisverwaltungssysteme (PVS) „E-Rezept-ready“ sind. ZAHNARZTPRAXEN TESTEN ELEKTRONISCHE VERORDNUNGEN Im Anschluss an die E-Rezept-Testphase findet im vierten Quartal 2021 die bundesweite Einführungsphase statt, bevor das E-Rezept zum 1. Januar 2022 zur Pflichtanwendung wird und für verschreibungspflichtige Arzneimittel genutzt werden muss. Die KZBV hat die gematik und den Gesetzgeber aufgefordert, die Frist zur Einführung des E-Rezepts zu verschieben, falls in der Testphase Probleme in den getesteten Szenarien auftreten. Die Sicherheitsgutachten für die Komponenten und Dienste des E-Rezepts sind auch auf Initiative der KZBV durch externe Gutachter erstellt worden. Weil mit dem E-Rezept die Nutzung der qualifizierten elektronischen Signatur (QES) zunehmen wird, hat sich die KZBV für eine Erleichterung der Auslösung der QES mit Hilfe der sogenannten Komfortsignatur eingesetzt. Mit ihr kann der E-Zahnarztausweis nach einmaliger PINEingabe für bis zu 24 Stunden für die Signatur einer größeren Anzahl von Dokumenten (bis zu 250) aktiviert werden. In diesem Punkt konnte erreicht werden, dass die Komfortsignatur früher als ursprünglich von der gematik geplant im 3. Quartal 2021 von den Konnektoren zur Verfügung gestellt wird. E-REZEPT PER APP ODER AUSDRUCK Zur Verwaltung der E-Rezepte hat die gematik eine App entwickelt und zum 1. Juli 2021 bereitgestellt. Versicherte können damit den Rezeptcode zu ihrem E-Rezept, den sie in den Praxen erhalten, verwalten und in der Apotheke digital vorlegen. Zusatzfunktionen erhalten Versicherte, die ein geeignetes NFC-fähiges Smartphone und eine NFC-fähige eGK besitzen. Künftig wird es drei Wege geben, ein E-Rezept in der Apotheke einzulösen: Versicherte, die die App mit eGK-Anmeldung nutzen, können den Rezeptcode zu ihrem E-Rezept direkt aus dem Fachdienst der TI auf ihr Smartphone laden und dort verwalten, während Patienten, die die App ohne eGK-Anmeldung nutzen, den Rezeptcode als Ausdruck in der Praxis erhalten und diesen zur weiteren Verwaltung mit der App abscannen müssen. Versicherte, die kein Smartphone nutzen, erhalten denselben Ausdruck direkt zur Vorlage in der Apotheke. Zur Entlastung der Praxen hat die KZBV unterstützt, dass die gematik einen Service-Desk für Versicherte anbietet, an den Fragen rund um das E-Rezept und die E-Rezept-App adressiert werden können. Die Regelungen zum Ausgleich der Ausstattungs- und Betriebskosten, die durch die Einführung des E-Rezepts entstehen, wurden erfolgreich mit dem GKV-Spitzenverband verhandelt. Sowohl für die Implementierung in die Praxis-IT als auch für den monatlichen Betrieb konnte eine Pauschale vereinbart und im BMV-Z festgelegt werden. Bezüglich der redaktionellen Änderungen im BMV-Z, die erforderlich sind, um E-Rezepte zu ermöglichen, befinden sich die Bundesmantelvertragspartner noch in Verhandlungen. Um die Zahnarztpraxen gut auf die Einführung des E-Rezepts vorzubereiten, hat die KZBV auch hierzu einen Leitfaden erstellt, der Informationen zu den Anwendungsszenarien sowie den technischen Voraussetzungen und rechtlichen Rahmenbedingungen enthält. Ergänzend dazu wird die KZBV Informationsmaterialien zur Nutzung der Komfortsignatur anbieten. ■ Vertragszahnärztinnen und Vertragszahn- ärzte müssen ab dem 1. Januar 2022 für die Verordnungen apothekenpflichtiger Arzneimittel das E-Rezept nutzen. Es wird digital erstellt und qualifiziert signiert, das bisherige Verfahren mit dem gedruckten Muster-16-Formular wird zum Auslaufmodell, bleibt aber als Ersatzverfahren zunächst bestehen. Zur Vorbereitung der Einführung ist am 1. Juli 2021 die durch die gematik begleitete E-Rezept-Testphase in Berlin-Brandenburg gestartet. Die KZBV hatte einen „richtigen“ Feldtest gefordert, der solch einer Massenanwendung durch Art und Umfang gerecht wird. Die Gesellschafter- versammlung der gematik hat jedoch anders entschieden. Stattdessen findet vom 1. Juli bis 30. September eine dreimonatige Testphase mit ausgewähltem kleinem Teilnehmerkreis (45 Arztpraxen, 5 Zahnarztpraxen, 1 Klinikum, 120 Apotheken) statt. Die KZBV hat sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass auch Zahnarztpraxen an der Testphase teilnehmen können, was anfangs nicht vorgesehen war. Ebenso war die Anzahl der zu testenden Szenarien zu klein angesetzt. Auch hier hat die KZBV gemeinsam mit den anderen Leistungserbringerorganisationen eine Verbesse- rung erwirkt. Das große Problem an der Testkonzeption konnte aber nicht gelöst werden: Die Interoperabilität des E-Rezepts DAS ELEKTRONISCHE REZEPT KOMMT 78

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