Geschäftsbericht 2020/2021

MUNDGESUNDHEITSZIELE 2030 Im Jahr 1996 definierte die Bundeszahnärztekammer erstmals für Deutschland Mundgesundheitsziele für den zahnmedizinischen Bereich. Die mittlerweile dritte Weiterentwicklung der Ziele erfolgt auf Grundlage neuer oralepidemiologischer Studien und bietet erneut die Möglichkeit der Re-Evaluierung und der gesundheitspolitischen Positionierung. Sowohl Präva- lenzen von Erkrankungen des Mund-, Kiefer-, Gesichtsbereiches als auch der Versorgungsgrad und Behandlungsbedarfe stellen die Grundlage für die Formulierung der aktuellen Mundgesundheitsziele dar. Die zahnbezogene Fokussierung auf die Definition von Zielen erfährt dabei eine Erweiterung um sowohl krankheitsbezogene als auch gesundheitsförderliche und präventive Zielbereiche, im Sinne der Einheit von Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention, da die präventionsorientierte Zahnmedizin über die Förderung reiner primärpräventiver Leistungen einer Karies- oder Parodontitisprophylaxe hinausgeht. Mundgesundheit ist von der Allgemeingesundheit nicht zu trennen und Gesundheitszielsetzungen sind immer an die Spezifika des Gesundheitssystems gebunden. Durch die gemeinsame wissenschaftliche und berufspolitische Erarbeitung der Mundgesundheitsziele ist in einembreiten Konsensprozess der Anspruch an eine weitere Verbesserung der Mundgesundheit in Deutschland geschaffen worden, unter der Annahme, dass die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland erhalten bleiben. Entsprechend werden auch Handlungsempfehlungen zur Zielerreichung definiert. Der Artikel „Mundgesundheitsziele für Deutschland bis zum Jahr 2030“ wurde im Online- Journal des IDZ im Juni 2021 veröffentlicht und kann im Publikationsbereich unter www.idz.institute abgerufen werden. SECHSTE DEUTSCHE MUNDGESUNDHEITSSTUDIE Die Arbeiten an der Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6) des IDZ schreiten weiter voran. Die unter dem Zusatztitel „Deutschland auf den Zahn gefühlt“ firmierende Studie gliedert sich in mehrere Module: Das erste ist ein Modul mit dem Schwerpunkt Kieferorthopädie; die weiteren Module haben das bereits aus den Vorgängerstudien bekannte Spektrum oraler Erkrankungen zum Gegenstand. m Berichtszeittraum gehörten dem Vorstandsausschuss an: Prof. Dr. Christoph Benz, Dr. Peter Engel (Stellv. Vors. im Jahr 2021), Dr. Wolfgang Eßer (Altern. Vors. im Jahr 2021), ZA Martin Hendges, Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Dr. Karl-Georg Pochhammer. Forschungsschwerpunkte des Instituts sind Fragen der Gesundheitsversorgungsforschung und -epidemiologie, Gesundheitsökonomie und -systemforschung, Zahnärztliche Professionsforschung, Medizinsoziologie und Gesundheitspsychologie, Fragen der Systemforschung sowie der Qualitätssicherungsforschung. Die Ergebnisse aus den Forschungsprojekten des IDZ liefern Basismaterialien und Analysen für die Weiterentwicklung der zahnärztlichen Versorgungsstruktur im Gesundheitswesen. Die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen aus den Bereichen der Zahnmedizin, Wirtschaftswissenschaften, Sozialwissenschaften und Statistik. Wissenschaftlicher Direktor des IDZ ist Professor Dr. A. Rainer Jordan. INTEGRATION DES ZZQ IN DAS IDZ Die Arbeitsbereiche der in Berlin angesiedelten Stabsstelle des IDZ Zentrum Zahnärztliche Qualität (ZZQ) wurden zum 1. Januar 2021 in das IDZ nach Köln inte- griert und personell verstärkt: Die Beschäftigungmit Fragender zahnärztlichen Qualität wird nun in zwei neu geschaffenen Arbeitsschwerpunkten „Evidenz- basierte Medizin“ und „Zahnärztliche Qualität“ erfolgen. Außerdem wurde ein weiterer Arbeitsschwerpunkt „Gesundheitskompetenz“ im IDZ eingerichtet. Mit der Integration des ZZQ in die Forschungsbereiche des IDZ werden Synergien in der institutsinternen Zusammenarbeit geschaffen. Der Begriff ZZQ bleibt als Qualitätssiegel erhalten. ■ 84 Das Institut der Deutschen Zahnärzte ist eine organisatorisch selbstständige Forschungseinrichtung in Trägerschaft von Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung und Bundeszahnärztekammer. Die langfristige Aufgabenplanung wird durch den Gemeinsamen Vorstandsausschuss des IDZ festgelegt. Den Vorsitz führen im jährlichen Wechsel der Vorsitzende des Vorstands der KZBV und der Präsident der BZÄK. FORSCHUNG FÜR DEN BERUFSSTAND I

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