Geschäftsbericht 2020/2021

Die KZBV hat bis zum Erhebungsjahr 2016 jährlich Kostenstrukturerhebungen in zahnärztlichen Praxen durchgeführt. Seit dem Jahr 2017 wird die Erhebung bundesweit vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) durchgeführt, das als externes und unabhängiges Forschungsinstitut über ausgewiesene Expertise in der Durchführung von Erhebungen zu Kostenstrukturen von Arztpraxen verfügt. Im Rahmen der neuen, methodisch als Zahnärzte-Praxis-Panel (ZäPP) angelegten Erhebung werden mit Hilfe eines deutlich erweiterten Erhebungsbogens jährlich Daten zur wirtschaftlichen Situation der Zahnarztpraxen und zu den Rahmenbedingungen der vertragszahnärztlichen Versorgung bei den Praxen erfragt. Für die Erhebung der Kostenstruktur des Jahres 2017 und 2018 wurden mehr als 37.000 Zahnarztpraxen schriftlich befragt. ENTWICKLUNG IM BUNDESDURCHSCHNITT Nach dem Rückgang des steuerlichen Einnahmen-Überschusses (Einkommen vor Steuern) um 4,4 Prozent je Inhaberin oder Inhaber in Deutschland im Jahr 2005 im Vergleich zu 2004 (insbesondere aufgrund der Entwicklung im Bereich Zahnersatz im Zusammenhang mit der Einführung der Festzuschüsse) und einem weiteren Rückgang im Jahr 2006 stieg der Einnahmen-Überschuss in den Jahren 2007 bis 2018 wieder an. Im Jahr 2018 lag der Einnahmen-Überschuss mit 168.700 Euro um 2,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Im Vergleich zum Jahr 2004 ist damit der EinnahmenÜberschuss um 52,8 Prozent (durchschnittlich jährlich um 3,1 Prozent) gestiegen. Da sich aber in diesem Zeitraum der allgemeine Preisindex um 22,2 Prozent erhöhte, ist der Einnahmen-Überschuss real, also unter Berücksichtigung der allgemeinen Preisentwicklung, um insgesamt 25,0 Prozent (durchschnittlich jährlich 1,6 Prozent) gestiegen. Zurückzuführen ist die Entwicklung des zahnärztlichen Einnahmen-Überschusses im Jahr 2018 imVergleich zum Jahr 2017 auf einen Anstieg des Umsatzes (Gesamteinnahmen aus selbstständiger zahnärztlicher Tätigkeit) je Praxisinhaber um 3,2 Prozent bei gleichzeitiger Zunahme der Betriebsausgaben um 3,6 Prozent. [Tabelle 2] ALTE BUNDESLÄNDER In den alten Bundesländern erhöhte sich der Umsatz je Praxisinhaberin und Praxisinhaber im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 3,0 Prozent. Die Betriebsausgaben stiegen gleichzeitig um 3,4 Prozent. Daraus resultierte ein Anstieg des steuerlichen Einnahmen-Überschusses um 2,1 Prozent (real + 0,3 Prozent) auf 175.500 Euro. Der im Jahr 2018 in den alten Ländern erzielte durchschnittliche Einnahmen-Überschuss lag nominal um 71 Prozent über dem Wert, den Zahnärztinnen und Zahnärzte im Jahr 1976, also 42 Jahre vorher, im Durchschnitt erreichten. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Steigerungsrate von 1,3 Prozent. Allerdings hat in diesem Zeitraum eine Preissteigerung (Inflationsrate) von 143 Prozent den Realwert des Einnahmen-Überschusses der Praxisinhaber auf 70 Prozent, also um etwa ein Drittel im Vergleich zum Jahr 1976 reduziert. [Grafik 2a und 2b] BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE ECKDATEN DER ZAHNARZTPRAXEN 99 STEUERLICHE EINNAHMEN-ÜBERSCHUSSRECHNUNG JE PRAXISINHABER – DEUTSCHLAND [Tabelle 2] Jahr Umsatz Veränderung Kosten Veränderung Anteil am Umsatz minus Veränderung Median des (aus selbst. in % (= steuerliche in % Umsatz Kosten (= steuerl. in % Einnahmen- zahnärztlicher Betriebsaus- in % Einnahmen- Überschusses Tätigkeit) in € gaben) in € Überschuss) in € in € bei Deutschland 2017 504.500 339.600 67,3 164.900 144.700 2018 520.500 + 3,2 351.800 + 3,6 67,6 168.700 + 2,3 145.600 Alte Bundesländer 2017 531.800 359.900 67,7 171.900 150.600 2018 547.800 + 3,0 372.300 + 3,4 68,0 175.500 + 2,1 151.900 Neue Bundesländer 2017 379.500 245.200 64,6 134.300 118.300 2018 395.200 + 4,1 256.500 + 4,6 64,9 138.700 + 3,3 122.400 Grundlagen: Zahnärzte-Praxis-Panel des Zi (Erhebung 2019) sowie eigenen Berechnungen

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