Jahrbuch 2021

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KZBV Jahrbuch 2021 Vorwort Bereits seit Jahrzehnten liefert das von der Abteilung Statistik erarbeitete Jahrbuch der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) eine Vielzahl von fachlich abgesicherten Daten, Statistiken und Grafiken. Damit ist die Publikation das Standardwerk für fundierte Erhebungen rund um die vertragszahnärztliche Versorgung und eine belastbare Basis für politische Diskussionen, wissenschaft- liche Untersuchungen und gesundheitsökonomische Betrachtungen. Das vorliegende Jahrbuch bildet die unmittelbaren Auswirkungen der weltweiten Corona-Pandemie auf das vertragszahnärztliche Leistungsgeschehen in Deutschland ab. So ist den Abrechnungsdaten des Jahres 2020 zu entnehmen, dass es insbesondere im zweiten Quartal innahezu allen Leistungsbereichen zu abrupten Einbrüchen und Rückgängen von – 15 Prozent bis – 30 Prozent bei den Fallzahlen imVergleich zumVorjahresquartal gekommen ist. Und trotz einsetzender Aufholprozesse im weiteren Jahresverlauf konnte insbesondere in den großen Leistungsbereichen KCH und Zahnersatz in keinem der Quartale das Niveau der Vorjahre erreicht werden. Allein bei den Fällen im Bereich Zahnersatz musste ein Minus von fast 10 Prozent verkraftet werden. Diese und andere Verläufe sind auch eine direkte Folge der allgemeinen Verunsicherung in der Bevölkerung durch die Auswirkungen der Pandemie und der damit einhergehenden Aufforderung der Bundesregierung und der Länder, soziale Kontakte in diesem Zeitraum so weit wie möglich zu begrenzen. Trotz dieser widrigen Umstände war die zahnmedizinische Versorgung jederzeit gewährleistet, wofür wir an dieser Stelle den Zahnärztinnen und Zahnärzten unseren herzlichen Dank und unsere Anerkennung aussprechen möchten. Auch ein dem Zahnärzte-Praxis-Panel (ZäPP) beigelegter Sonderfragebogen dokumentierte präzise die Lage der Praxen während des ersten Pandemie-Jahres: Demnach gaben etwa 70 Prozent der Zahnarztpraxen an, im zweiten Quartal 2020 Kurzarbeit für einen oder mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angemeldet zu haben. Angesichts der durch das zusätzliche Corona-Management erheblich gestiegenen Arbeitsbelastung in den Praxen ist die mit etwas über 3.100 Praxen unverändert hohe Beteiligung an der Erhebung ein guter Indikator dafür, wie wichtig Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzten die aktive Unterstützung dieser berufspolitisch auf wirtschaftlich angemessene und stabile Rahmenbedingungen ihrer Praxen abzielenden Erhebung ist. Das Jahrbuch präsentiert in der vorliegenden Ausgabe die Ergebnisse der mittlerweile dritten bundesweiten ZäPP-Erhebung zur Kosten- und Versorgungsstruktur in vertragszahnärztlichen Praxen. Akute Auswirkungen auf die Versorgungsstrukturen infolge der Corona-Pandemie sind hingegen – derzeit – noch nicht erkennbar. Hier setzen sich vielmehr Trends fort, die sich bereits in den vergangenen Jahren manifestiert haben: Die Gesamtzahl der Zahnärztinnen und Zahnärzte ist mit insgesamt 62.867 im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig. Die Zahnärzteschaft altert demografiebedingt, wobei – als Ausdruck des zunehmenden Frauenanteils – die Zahnärztinnen eher jünger und die Zahnärzte im Schnitt eher älter werden. Diese Entwicklung lässt sich auf eine griffige Formel bringen: Die „Feminisierung des Berufsstandes“ setzt sich fort. Auch die aktuelle Ausgabe des Jahrbuchs der KZBV ist einmal mehr eine präzise Momentaufnahme von grundlegenden Strukturen und zentralen Entwicklungen im Bereich der vertragszahnärztlichen Versorgung. Dabei bietet das umfassende Kompendium Leserinnen und Lesern nicht nur Datentabellen mit den Ergebnissen der Erhebungen, sondern unterstützt auch bei der Interpretation von Informationen und Zusammenhängen. Wir wünschen Ihnen nun eine anregende Lektüre! 5 Vorwort Dr. Karl-Georg Pochhammer Stellv. Vorsitzender des Vorstandes Dr. Wolfgang Eßer Vorsitzender des Vorstandes ZA Martin Hendges Stellv. Vorsitzender des Vorstandes

Inhaltsverzeichnis 6 Vorwort 5 Inhaltsverzeichnis 6 1. Wirtschaftliche Rahmendaten Kurzbericht 8 Entwicklung von Bruttoinlandsprodukt, Löhnen und Gehältern 12 Beitragsentwicklung 16 Gesundheitsausgabenrechnung 18 2. Einnahmen/Ausgaben der GKV Kurzbericht 22 Einnahmen und Ausgaben 28 Ausgaben für zahnärztliche Behandlung 38 Entwicklung der Mitglieder- und Versichertenzahlen 50 3. Abrechnungsstatistik Kurzbericht 54 Abgerechnete Beträge 62 Abgerechnete Behandlungsfälle und Bema-Punkte 74 Punktwerte 88 4. Einzelleistungsstatistik Kurzbericht 92 Konservierende und chirurgische Leistungen 100 Zahnersatz-Leistungen 108 Kieferorthopädische Leistungen 110 Parodontalbehandlungen und sonstige Leistungen 112 KZBV Jahrbuch 2021

Inhaltsverzeichnis 7 5. Betriebswirtschaftliche Daten der Zahnarztpraxen Kurzbericht 114 Kostenstruktur und Einkommensverteilung 120 Arbeitszeiten 142 Praxisausstattung 144 Beschäftigte und Lohnsummen 146 Praxisfinanzierung 152 6. Zahnärzte- und Bevölkerungszahlen Kurzbericht 156 Zahnärztedichte und Zahl der Vertragszahnärzte 166 Praxisformen 176 Szenarien zu Zahnärztezahlen 178 Bevölkerungszahlen 180 Anhang: GOZ-Analyse Vorbemerkungen und Methodik 188 Einzelergebnisse der Analyse 190 Index 200 Impressum 202 KZBV Jahrbuch 2021

KZBV Jahrbuch 2021 8 1A Veränderung der beitragspflichtigen Einnahmen je Mitglied nach § 71 Abs. 3 SGB V Deutschland folgenden Kalenderjahres die Veränderung der beitragspflichtigen Einnahmen je Mitglied für den gesamten Zeitraum der zweiten Hälfte des Vorjahres und der ersten Hälfte des laufenden Jahres gegenüber dem entsprechenden Zeitraum der jeweiligen Vorjahre fest. Die Veränderung der beitragspflichtigen Einnahmen (Grundlohnsumme) nach § 71 SGB V weicht in den einzelnen Jahren in unterschiedlichem Ausmaß von der tatsächlichen Grundlohnsummenentwicklung ab. In der langfristigen Betrachtung sind jedoch in Deutschland die beitragspflichtigen Einnahmen nach § 71 SGB V von 1999 bis 2020 mit 44,4 % (+ 1,75 % p.a.) in ähnlichem Ausmaß gestiegen wie die tatsächliche Grundlohnsummen- entwicklung mit 43,7 % (+ 1,74 % p.a.). Im Jahr 2020 lag die tatsächliche Entwicklung der Grundlohnsumme mit + 1,56 % unterhalb der Prognose nach § 71 SGB V mit + 3,66 %, die aufgrund des Vergangenheitsbezugs von Corona-Sondereffekten noch weitgehend unberührt geblieben ist. Bei der tatsächlichen Die wirtschaftliche Situation der gesetzlichen Krankenkassen wird auf der Einnahmenseite im Wesentlichen durch die Grundlohnsumme (beitragspflichtige Ein- nahmen) jeMitglied, den Beitragssatz und die Beitragsbemessungsgrenze bestimmt. Die Grundlohnsumme je Mitglied hängt ab von der Beitragsbemessungsgrenze sowie von der allgemeinen Lohn- und Gehaltsentwicklung. Im Rahmen des zum 01.01.2009 eingeführten Gesundheitsfonds, der sich aus Mitglieder- und Arbeitgeberbeiträgen sowie einem Bundeszuschuss speist, erhalten die Kranken- kassen Zuweisungen, die sich an der alters-, geschlechts- und risikobezogenen Zusam- mensetzung der Versicherten orientieren. Löhne und Gehälter Die Grundlohnsumme je Mitglied korreliert in der Regel stark mit der volkswirtschaftlichen Größe Bruttolöhne und -gehälter je Beschäftigten. Differenzen zwischen beiden Größen können aus einer Reihe von verschiedenen Einflussfaktoren (z. B. Entwicklung der Zahl der Arbeitslosen, Strukturverschiebungen bei den GKV-Mitgliedern, Wanderungsbewegungen von der GKV zur PKV) resultieren. Die Bruttolöhne und -gehälter je Beschäftigten sind im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr mit – 0,1 % leicht zurückgegangen. Die im längerfristigen Vergleich deutlich schwächere Entwicklung war weitgehend von den coronabedingten Auswirkungen auf die Beschäftigungslage und den Arbeitsmarkt beeinflusst. Die für die Beitragsentwicklung der GKV maßgebliche Grundlohnsumme je Mitglied ist im Jahr 2020 in Deutschland mit + 1,6 % sogar noch leicht angestiegen, lag aber auch unterhalb des durchschnittlichen Wachtsums der Vorjahre. Prognosen 2021 und 2022 Das Bundesministerium für Gesundheit stellt jährlich aufgrund gesetzlicher Bestimmungen (GKV-Gesundheitsreformgesetz 2000, § 71 SGB V) für die Vereinbarungen der Vergütungen des jeweils 1. Wirtschaftliche Rahmendaten Jahr Veränderung 2000 + 1,43 % 2001 + 1,63 % 2002 + 1,89 % 2003 + 1,06 % 2004 + 0,17 % 2005 + 0,38 % 2006 + 0,97 % 2007 + 0,79 % 2008 + 0,64 % 2009 + 1,41 % 2010 + 1,54 % Jahr Veränderung 2011 + 1,15 % 2012 + 1,98 % 2013 + 2,03 % 2014 + 2,81 % 2015 + 2,53 % 2016 + 2,95 % 2017 + 2,50 % 2018 + 2,97 % 2019 + 2,65 % 2020 + 3,66 % 2021 + 2,53 % 2022 + 2,29 %

9 KZBV Jahrbuch 2021 100 105 110 115 120 125 130 135 140 145 150 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 tatsächliche Veränderung GLS Veränderung GLS nach § 71 SGB V (Prognose) Bruttolohn- und -gehaltssumme je Arbeitnehmer Index 1999 = 100 1B Beitragspflichtige Einnahmen je Mitglied und Bruttolohn- und -gehaltssumme 1999 - 2020 – Deutschland Grundlohnsummenentwicklung für das Jahr 2016 ist dabei auch der Entfall der Familienversicherung für ALG II-Bezieher und des damit verbundenen Statuswechsels von GKV-Versicherten vom mitversicherten Familienangehörigen zum Mitglied ab dem 01.01.2016 zu berücksichtigen. Dieser Sondereffekt wirkte sich aufgrund der einmalig sprunghaft gestiegenen Mitgliederzahlen dämpfend auf die Entwicklung der Grundlohnsumme je Mitglied im Jahr 2016 aus. Für das Jahr 2021 liegt die tatsächliche Grundlohnsummenentwicklung noch nicht vor. Das Herbstgutachten 2021 der Wirtschaftsforschungsinstitute prognostiziert für das Bundesgebiet insgesamt eine Lohn- und Gehaltsentwicklung je Beschäftigten für 2021 in Höhe von + 3,6 % und für 2022 in Höhe von + 3,2 %. Damit liegt dieVeränderungsratenach§71SGBV mit + 2,53 % in 2021 und mit + 2,29 % in 2022 jeweils unterhalb des Niveaus der prognostizierten Lohn- und Gehalts- entwicklung, wobei sich in der Prognose der Wirtschaftsforschungsinstitute und auch in der Grundlohnsummenprognose für das Jahr 2021 die coronabedingten Auswirkungen auf die Lohn- und Gehaltsentwicklung bei den Beschäftigten niedergeschlagen haben dürften. Zahnärztlicher Punktwert Der allgemeine Preisindex (Verbraucherpreisindex) stieg in Deutschland im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um 0,5 % an. Die Entwicklung des durchschnittlichen Punktwertes für Sachleistungen lag mit + 3,1 % bei der GKV oberhalb der Preisentwicklung. Ein Vergleich der geldwertbereinigten (realen) Grundlohnsummenentwicklung mit dem zahnärztlichen Punktwert zeigt sehr deutlich, dass die Einzelleistungsvergütung der Zahnärzte in der langfristigen Betrachtung weit hinter der Grundlohnsummenentwicklung der Krankenkassen hinterherhinkt. Wirtschaftliche Rahmendaten 80 90 100 110 120 130 140 150 160 170 180 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Index 1997 = 100 Bruttoinlandsprodukt, nominal Zahnärzte ohne ZE je Mitglied Zahnärzte inkl. ZE je Mitglied Preise Grundlohnsumme je Mitglied 1C Entwicklung der Ausgaben für zahnärztliche Behandlung im Vergleich zu ausgewählten volkswirtschaftlichen Parametern 1997 - 2020 – Deutschland

KZBV Jahrbuch 2021 10 Der durchschnittliche Zusatzbeitrag ist eine rein statistische Größe und bildet nicht den Durchschnitt aller kassenindividuellen Zusatzbeiträge (§ 242a SGB V) ab. Der tatsächliche durchschnittliche Zusatzbeitragssatz lag 2015 bei 0,83 %, 2016 bei 1,08 %, 2017 bei 1,11 %, 2018 bei 1,08 %, 2019 bei 0,99 % und 2020 bei 1,00 %. Den kassenindividuellen Zusatzbeitragssatz legen die einzelnen Krankenkassen für ihre Mitglieder selbst fest. Er richtet sich unter anderem nach der Wirtschaftlichkeit der einzelnen Kranken- kasse und danach, ob die Kassen einen Teil der erheblichen Finanzreserven im Sinne der Versicherten einsetzen wollen. Durch die kassenindividuellen Beitragssatzunterschiede wurden in der Vergangenheit Wanderungsbewegungen von Versicherten ausgelöst. Die daraus resul- tierenden Strukturverschiebungen im Versichertenbestand der Krankenkassen können wiederum zu weiteren Kappungen der Leistungsvergütungen bei den Zahnärzten führen. Viele Krankenkassen profitieren weiterhin von der positiven FinanzentwickDie Ausgaben für zahnärztliche Behandlung, die maßgeblich vom zahnärztlichen Punktwert beeinflusst werden, haben sich langfristig ebenfalls deutlich schwächer entwickelt als die Grundlohnsumme. Gegenüber der Entwicklung der volkswirtschaftlichen Größen Preisindex und Bruttoinlandsprodukt zeigt sich ein noch stärkeres Auseinanderklaffen. Beitragssätze der Krankenkassen Der allgemeine Beitragssatz als wichtiger Parameter für die Einnahmensituation variierte bis zur Einführung des Gesundheitsfonds am 01.01.2009 bei den einzelnen Krankenkassen in deutlichem Ausmaß. Ab dem 01.07.2005 wurde der allgemeine Beitragssatz für alle gesetzlichen Krankenkassen um 0,9 %-Punkte abgesenkt. Gleichzeitig wurde zur Kompensation ein zusätzlicher mitgliederbezogener kassenindividueller Beitragssatz neu eingeführt. Im Zuge der Einführung des Gesundheitsfonds wurde ab dem 01.01.2009 ein bundeseinheitlicher Beitragssatz für alle Kassen in Höhe von 15,5 % (inkl. des mitgliederbezogenen Zusatzbeitrages von 0,9 %) festgesetzt. Dieser Beitragssatz wurde im Rahmen des Konjunkturpakets II zum 01.07.2009 auf 14,9 % gesenkt. Zum 01.01.2011 wurde der bundeseinheitliche Beitragssatz im Rahmen des GKV-Finanzierungsgesetzes (GKV-FinG) wieder auf 15,5 % (inkl. des mitgliederbezogenen Zusatzbeitrages von 0,9 %) angehoben. Zum 01.01.2015 wurde der Beitragssatz der GKV vor dem Hintergrund der bestehenden Finanzreserven der GKV um 0,9 %-Punkte auf 14,6 % gesenkt. Das Bundesgesundheitsministerium legt auf Empfehlung des GKV-Schätzerkreises (BVA, GKV-SV, BMG) den durchschnitt- lichen Zusatzbeitragssatz bis zum 01.11. des Jahres jeweils für das Folgejahr fest. Für das Jahr 2015wurde eindurchschnittlicher Zusatzbeitragssatz von 0,9 % prognostiziert, für die Jahre 2016 und 2017 von 1,1 %. Für 2018 wurde er abgesenkt auf durchschnittlich 1,0 %, für 2019 auf 0,9 %. Aufgrund erwarteter höherer Ausgaben für die medizinische Versorgung wurde er für 2020 auf 1,1 % und für das Jahr 2021 auf 1,3 % angehoben. 10,0 15,2 16,7 15,5 14,5 15,9 19,2 21,0 19,8 16,7 9,5 13,1 13,6 12,5 10,0 9,1 9,1 9,7 10,2 5,9 19,5 28,3 30,3 28,0 24,5 25,0 28,3 30,7 30,0 22,6 0,0 5,0 10,0 15,0 20,0 25,0 30,0 35,0 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Gesundheitsfonds GKV Mrd. € 1D Finanzreserven von GKV und Gesundheitsfonds – Deutschland

KZBV Jahrbuch 2021 11 Wirtschaftliche Rahmendaten lung der GKV. So verfügte die GKV Ende 2020 über Finanzreserven in Höhe von 16,7 Mrd. € und zusätzlich der Gesundheitsfonds über Rücklagen in Höhe von 5,9 Mrd. €, sodass sich die Gesamtre- serven auf eine Größenordnung von rd. 22,6 Mrd. € belaufen. In Vorjahr betrugen die gesamten Finanzreserven von GKV und Gesundheitsfonds noch rd. 30,0Mrd. €. Die Abnahme der Finanzreserven ist maßgeblich auf konjunkturbedingte Mindereinnahmen des Gesundheitsfonds und auf an die Leistungserbringer geleisteten Ausgleichszahlungen zurückzuführen. Zur Bewältigung der Corona-Pandemiewurden im vergangenen Jahr rund 12,2 Mrd. € aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds zur Verfügung gestellt. Hierun- ter fallen unter anderem Kompensations- leistungen für freigehaltene Krankenhaus- betten, Ausgleichszahlungen für neu geschaffene intensivmedizinische Behandlungsmöglichkeiten, für Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen und für Heil- mittelerbringer sowie Aufwendungen für Corona-Tests und für Schutzmasken. Davon hat der Bund rund 9,9 Mrd. € an den Gesundheitsfonds erstattet. Die Zahl der Krankenkassen in Deutschland ist seit 1991 deutlich rückläufig. So halbierte sich die Zahl der Krankenkassen von rd. 1.200 in 1991 bis zur Einführung des Kassenwahlrechts im Jahr 1996 auf rd. 640. Anfang des Jahres 2021 beläuft sich die Zahl der Krankenkassen auf 103 (Stand: 01.01.2021). Gesundheitsausgabenrechnung Das Statistische Bundesamt veröffentlicht als zentrale Datengrundlage für die Entwicklung der Gesundheitsausgaben in Deutschland die Gesundheitsausgabenrechnung. Die Gesundheitsausgabenrechnung gliedert die Informationen über die Ausgaben nach Leistungserbringern (Einrichtungen), Ausgabenträgern (GKV, PKV, private Haushalte, Arbeitgeber, Unfallversicherung) und Leistungsarten. Die Gesundheitsausgabenrechnung weist für das aktuelle Berichtsjahr 2019 Gesundheitsausgaben in Höhe von insgesamt rd. 410,9 Mrd. € aus, davon entfallen auf die Zahnarztpraxen rd. 28,3 Mrd. €, was einem Anteil von rd. 6,9 % an den Gesundheitsausgaben entspricht. Zum 1152 960 642 554 455 396 318 267 241 202 153 134 124 113 109 103 0 200 400 600 800 1000 1200 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 Anzahl der Krankenkassen Quelle: Statistisches Bundesamt, GKV-Spitzenverband (Angaben zum Stichtag 01.01. des Jahres) 1E Anzahl der Krankenkassen – Deutschland Vergleich: Krankenhäuser 100,8 Mrd. € (24,5 %), Arztpraxen 57,0 Mrd. € (13,9 %) und Apotheken 55,2 Mrd. € (13,4 %). Die Gesundheitsausgaben insgesamt sind im Jahr 2019 gegenüber dem Jahr 2018 um 4,9 % angestiegen, im zahnärztlichen Bereich dagegen nur um 3,6 %. Im langfristigen Vergleich sind die Gesundheitsausgaben seit 1992 jahresdurchschnittlich um 3,6 % gestiegen, die Ausgaben für zahnärztliche Behandlung dagegen im Jahresdurchschnitt nur um rd. 1,9 %. Die Aufteilung der Gesundheitsaus- gaben in Zahnarztpraxen nach Ausgaben- trägern zeigt, dass der Anteil der GKV seit 1992 von 65,3 % auf 52,9 % gesunken ist. Der Anteil an den Aufwendungen für Gesundheitsleistungen ist bei den privaten Haushalten von 17,2 % auf 24,0 % und bei der Privaten Krankenversicherung von 8,7 % auf 16,5 % angestiegen.

KZBV Jahrbuch 2021 Entwicklung von Bruttoinlandsprodukt, Löhnen und Gehältern Bruttoinlandsprodukt, Bruttolöhne und -gehälter, Grundlohnsumme, Preisindex Jährliche Veränderungsraten Jahr Bruttoinlandsprodukt Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer Grundlohnsumme je Mitglied 1) Verbraucher- preisindex nominal real Veränderung in % Deutschland 1991 1992 + 7,3 + 1,9 + 10,3 + 8,7 + 5,0 1993 + 2,9 – 1,0 + 4,3 + 6,3 + 4,5 1994 + 4,5 + 2,4 + 1,9 + 3,8 + 2,6 1995 + 3,6 + 1,5 + 3,0 + 0,8 + 1,8 1996 + 1,4 + 0,8 + 1,2 + 1,2 + 1,3 1997 + 2,1 + 1,8 + 0,0 + 0,7 + 2,0 1998 + 2,7 + 2,0 + 0,9 + 1,3 + 0,9 1999 + 2,2 + 1,9 + 1,3 + 1,6 + 0,6 2000 + 2,4 + 2,9 + 1,2 + 1,8 + 1,4 2001 + 3,0 + 1,7 + 2,4 + 1,5 + 2,0 2002 + 1,2 – 0,2 + 1,5 + 0,5 + 1,3 2003 + 0,6 – 0,7 + 1,4 – 0,2 + 1,1 2004 + 2,3 + 1,2 + 0,6 + 1,3 + 1,7 2005 + 1,1 + 0,7 + 0,4 + 0,9 + 1,5 2006 + 4,2 + 3,8 + 0,9 + 0,6 + 1,6 2007 + 4,8 + 3,0 + 1,5 + 0,7 + 2,3 2008 + 1,9 + 1,0 + 2,5 + 2,3 + 2,6 2009 – 4,0 – 5,7 0,0 + 0,6 + 0,3 2010 + 4,9 + 4,2 + 2,6 + 1,7 + 1,1 2011 + 5,0 + 3,9 + 3,5 + 1,9 + 2,1 2012 + 1,9 + 0,4 + 2,9 + 2,7 + 2,0 2013 + 2,4 + 0,4 + 2,2 + 2,6 + 1,4 2014 + 4,1 + 2,2 + 3,0 + 2,7 + 1,0 2015 + 3,4 + 1,5 + 2,9 + 2,8 + 0,5 2016 + 3,6 + 2,2 + 2,5 + 1,1 + 0,5 2017 + 4,0 + 2,6 + 2,6 + 2,8 + 1,5 2018 + 3,0 + 1,3 + 3,2 + 3,2 + 1,8 2019 + 2,8 + 0,6 + 2,9 + 3,6 + 1,4 2020 – 3,4 – 4,9 – 0,1 + 1,6 + 0,5 1) Grundlohnsumme je Mitglied: AKV + KVdR Grundlagen: Bundesarbeitsblatt, KJ1, KV45, Wirtschaft und Statistik Tab. 1.1 Entwicklung von Bruttoinlandsprodukt, Löhnen und Gehältern Bruttoinlandsprodukt, Bruttolöhne und -gehälter, Grundlohnsumme, Preisindex 12

KZBV Jahrbuch 2021 Wirtschaftliche Rahmendaten -1 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 92 93 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 % Grundlohnsumme je Mitglied Abb. 1.2 Durchschnittliche Punktwerte GKV Kons Grundlohnsumme und Punktwerte – Deutschland Jährliche Veränderungsraten 13

14 KZBV Jahrbuch 2021 Bruttoinlandsprodukt, Bruttolöhne und -gehälter, Grundlohnsumme, Preisindex Deutschland 1991 = 100 Jahr Bruttoinlandsprodukt Bruttolöhne u. -gehälter je Arbeitnehmer Grundlohnsumme je Mitglied Verbraucher- preisindex nominal real Deutschland 1991 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 1992 107,3 101,9 110,3 108,7 105,0 1993 110,4 100,9 115,1 115,5 109,7 1994 115,4 103,3 117,3 119,9 112,6 1995 119,5 104,9 120,8 120,9 114,6 1996 121,2 105,8 122,2 122,4 116,1 1997 123,7 107,7 122,2 123,3 118,4 1998 127,1 109,9 123,3 124,9 119,5 1999 129,9 112,0 124,9 126,9 120,3 2000 133,0 115,2 126,4 129,2 122,0 2001 137,0 117,2 129,4 131,1 124,4 2002 138,6 117,0 131,3 131,8 126,1 2003 139,4 116,2 133,1 131,5 127,5 2004 142,6 117,6 133,9 133,2 129,6 2005 144,2 118,4 134,5 134,4 131,6 2006 150,3 122,9 135,7 135,2 133,7 2007 157,5 126,6 137,7 136,1 136,8 2008 160,5 127,8 141,1 139,2 140,3 2009 154,1 120,5 141,2 140,0 140,8 2010 161,6 125,5 144,9 142,4 142,3 2011 169,7 130,4 149,9 145,1 145,4 2012 173,0 130,9 154,2 149,0 148,3 2013 177,2 131,5 157,6 152,9 150,4 2014 184,5 134,4 162,2 157,0 151,9 2015 190,7 136,7 166,9 161,4 152,7 2016 197,5 139,7 171,0 163,2 153,5 2017 205,4 143,1 175,4 167,8 155,8 2018 211,5 145,3 181,0 173,2 158,5 2019 217,3 146,1 186,3 179,4 160,8 2020 209,9 138,9 186,1 182,3 161,6 Grundlagen: Bundesarbeitsblatt, Statistisches Bundesamt, KJ1, Wirtschaft und Statistik Tab. 1.3 Bruttoinlandsprodukt, Bruttolöhne und -gehälter, Grundlohnsu e, Preisindex

15 KZBV Jahrbuch 2021 Wirtschaftliche Rahmendaten 100 110 120 130 140 150 160 170 180 190 200 91 92 93 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Index (1991 = 100) Grundlohnsumme je Mitglied Preisindex Punktwert GKV KCH Abb. 1.4 + 64 % + 1,7 % p. a. + 82 % + 2,1 % p. a. + 67 % + 1,8 % p. a. Grundlohnsumme, Preisindex, Punktwert – Deutschland

16 KZBV Jahrbuch 2021 Beitragsentwicklung GKV: Beitragsbemessungsgrenze/Beitragssatz Jahr Beitragsbemessungs- grenze 1) Durchschnittlicher allgemeiner Beitragssatz jeweils am 1. Januar des Jahres 1) monatlich in € Veränderung in % in % des Grundlohns Veränderung in % Deutschland 1991 2.493 / 1.304 12,22 / 12,80 1992 2.608 / 1.841 + 4,6 / + 41,2 12,46 / 12,72 + 2,0 / – 0,6 1993 2.761 / 2.032 + 5,9 / + 10,4 13,42 / 12,54 + 7,7 / – 1,4 1994 2.914 / 2.262 + 5,6 / + 11,3 13,35 / 12,97 – 0,5 / + 3,4 1995 2.991 / 2.454 + 2,6 / + 8,5 13,18 / 12,84 – 1,3 / – 1,0 1996 3.068 / 2.608 + 2,6 / + 6,3 13,43 / 13,28 + 1,9 / + 3,4 1997 3.144 / 2.723 + 2,5 / + 4,4 13,29 / 13,73 – 1,0 / + 3,4 1998 3.221 / 2.684 + 2,4 / – 1,4 13,56 / 13,95 + 2,0 / + 1,6 1999 3.259 / 2.761 + 1,2 / + 2,9 13,52 / 13,92 – 0,3 / – 0,2 2000 3.298 / 2.723 + 1,2 / – 1,4 13,51 / 13,81 – 0,1 / – 0,8 2001 3.336 + 1,2 / + 22,5 13,50 / 13,67 – 0,1 / – 1,0 2002 3.375 + 1,2 14,00 + 3,6 2003 3.450 + 2,2 14,32 + 2,3 2004 3.488 + 1,1 14,27 – 0,3 2005 3.525 + 1,1 14,19 2) – 0,6 2006 3.563 + 1,1 14,18 2) – 0,1 2007 3.563 0,0 14,82 2) + 4,5 2008 3.600 + 1,0 14,86 2) + 0,3 2009 3.675 + 2,1 15,50 2) + 4,3 2010 3.750 + 2,0 14,90 2) – 3,9 2011 3.712 – 1,0 15,50 2) + 4,0 2012 3.825 + 3,0 15,50 2) 0,0 2013 3.938 + 3,0 15,50 2) 0,0 2014 4.050 + 2,8 15,50 2) 0,0 2015 4.125 + 1,9 15,50 3) 0,0 2016 4.238 + 2,7 15,70 3) + 1,3 2017 4.350 + 2,6 15,70 3) 0,0 2018 4.425 + 1,7 15,60 3) – 0,6 2019 4.538 + 2,6 15,50 3) – 0,6 2020 4.688 + 3,3 15,70 3) + 1,3 2021 4) 4.838 + 3,2 15,90 3) + 1,3 1) 1991 bis 2000: Daten für alte/neue Bundesländer, ab 2001 Deutschland 2) inkl. mitgliederbezogenem Zusatzbeitrag von 0,9 % (2. Halbjahr 2005 - 2014) 3) inkl. durchschnittlichem Zusatzbeitragssatz 4) vorläufige Daten Grundlage: Bundesarbeitsblatt, Statistiken des Bundesministeriums für Gesundheit Tab. 1.5 itr s tz Beitragsentwicklung

17 KZBV Jahrbuch 2021 Wirtschaftliche Rahmendaten 12,0 12,5 13,0 13,5 14,0 14,5 15,0 15,5 16,0 2.000 2.500 3.000 3.500 4.000 4.500 5.000 91 92 93 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Beitragsbemessungsgrenze in € Beitragssatz in % Abb. 1.6 1) bis 2000: Alte Bundesländer GKV: Beitragsbemessungsgrenze/Beitragssatz – Deutschland 1)

18 KZBV Jahrbuch 2021 Gesundheitsausgabenrechnung Gesundheitsausgaben nach Einrichtungen Jahr Krankenhäuser Arzt- praxen Zahnarztpraxen Praxen sonst. med. Berufe Apotheken Gesundheits- handwerk/ -einzel- handel Ambulante und stationäre Pflege und Rehabilitation Verwaltung sonstige Einrich- tungen 1) Gesamt in Mrd. € Deutschland 1992 42,609 23,091 17,172 3,843 23,191 8,169 19,159 8,863 13,284 159,381 1993 45,456 24,474 15,723 3,891 21,255 8,470 21,184 9,397 13,900 163,750 1994 49,041 25,978 17,385 4,388 22,242 8,972 23,240 9,882 14,327 175,455 1995 50,936 27,384 17,738 4,826 23,636 9,354 24,905 11,243 17,503 187,525 1996 51,368 28,333 18,933 5,220 25,132 10,275 26,218 11,358 19,046 195,883 1997 53,140 28,802 19,178 5,145 25,260 10,030 25,416 11,649 18,238 196,858 1998 54,845 29,611 17,023 5,628 26,957 10,342 27,522 12,140 17,820 201,888 1999 55,269 30,442 17,151 5,791 28,041 10,783 29,761 12,623 18,053 207,914 2000 56,231 31,208 18,507 5,906 29,034 11,288 31,276 12,850 18,006 214,306 2001 56,854 32,232 19,064 6,261 31,283 11,598 32,479 13,267 18,702 221,740 2002 58,471 33,358 19,402 6,987 32,915 11,934 33,901 14,041 19,117 230,126 2003 59,019 34,491 20,051 7,285 33,549 12,877 34,881 14,647 18,930 235,730 2004 60,561 35,196 20,810 7,030 31,531 11,414 35,324 14,609 18,433 234,908 2005 62,055 35,748 19,290 7,240 35,041 11,960 36,507 14,803 18,739 241,383 2006 63,859 37,123 19,712 7,594 35,615 12,867 37,846 14,728 18,519 247,863 2007 64,646 39,304 20,213 8,071 37,666 13,400 39,362 14,838 18,739 256,239 2008 66,923 41,328 21,065 8,559 38,965 13,912 40,550 15,282 19,688 266,272 2009 71,210 43,465 21,585 9,056 40,535 14,734 42,902 16,142 21,184 280,813 2010 74,555 44,477 22,363 9,573 41,195 15,377 44,306 16,933 21,682 290,461 2011 77,000 45,272 22,971 10,150 39,957 15,905 46,102 17,056 21,592 296,005 2012 78,920 45,798 23,575 10,465 40,523 16,621 48,118 17,177 22,378 303,575 2013 82,376 47,022 24,374 10,876 41,627 17,672 50,581 17,430 23,159 315,117 2014 85,827 48,719 24,967 11,456 44,400 18,759 53,109 17,433 23,671 328,341 2015 89,068 50,803 25,776 12,370 46,466 20,302 56,339 18,275 24,965 344,364 2016 92,456 53,013 26,251 13,088 48,352 20,784 59,259 18,924 26,524 358,651 2017 94,731 55,008 26,657 13,995 49,315 21,161 63,088 19,312 32,295 375,562 2018 96,886 54,890 27,349 17,464 51,883 21,312 67,055 20,248 34,494 391,581 2019 100,763 56,994 28,343 19,407 55,192 22,246 70,718 20,249 36,939 410,851 1) sonstige Einrichtungen: u. a. Rettungsdienste, private Haushalte, Investitionen, Gesundheitsschutz Grundlage: Gesundheitsausgabenrechnung des Statistischen Bundesamtes Tab. 1.7 it s e nach Einrichtungen Gesundheitsausgabenrechnung

19 KZBV Jahrbuch 2021 24,5 % 17,2 % 13,9 % 13,4 % 6,9 % 5,4 % 4,9 % 4,7 % 9,0 % * sonstige Einrichtungen: u. a. Rettungsdienste, private Haushalte, Investitionen, Gesundheitsschutz Abb. 1.8 Gesundheitsausgaben insgesamt: 410,85 Mrd. € Krankenhäuser: 100,76 Mrd. € Ambulante u. stat. Pflege/Reha: 70,72 Mrd. € Arztpraxen: 56,99 Mrd. € Apotheken: 55,19 Mrd. € Zahnarztpraxen: 28,34 Mrd. € Gesundheitshandwerk: 22,25 Mrd. € Verwaltung: 20,25 Mrd. € Praxen sonst. med. Berufe: 19,41 Mrd. € sonst. Einrichtungen*: 36,94 Mrd. € Gesundheitsausgaben – Anteile an den Ausgaben nach Einrichtungen 2019 Deutschland Wirtschaftliche Rahmendaten

Gesundheitsausgaben in der Einrichtung Zahnarztpraxen nach Ausgabenträgern Jahr Gesetzliche Kranken- versicherung Private Kranken- versicherung Private Haushalte/ Private Organisationen o. E. Arbeitgeber Öffentl. Haushalte Gesetzliche Unfall- versicherung Gesamt Ausgaben in Mrd. € Deutschland 1992 11,307 1,499 2,951 1,244 0,147 0,024 17,172 1993 9,704 1,739 2,788 1,327 0,139 0,026 15,723 1994 10,507 1,825 3,493 1,393 0,139 0,027 17,384 1995 10,814 1,877 3,562 1,317 0,139 0,029 17,738 1996 11,741 1,926 3,707 1,380 0,149 0,029 18,932 1997 11,888 1,954 3,829 1,304 0,170 0,032 19,177 1998 10,819 1,923 2,734 1,345 0,169 0,032 17,022 1999 10,944 1,962 2,800 1,249 0,163 0,032 17,150 2000 11,205 2,042 3,779 1,284 0,165 0,033 18,508 2001 11,585 2,224 3,698 1,359 0,163 0,033 19,062 2002 11,491 2,293 4,018 1,404 0,162 0,033 19,401 2003 11,822 2,377 4,273 1,374 0,171 0,033 20,050 2004 11,303 2,548 5,334 1,430 0,158 0,033 20,806 2005 9,962 2,654 5,079 1,451 0,109 0,033 19,288 2006 10,397 2,709 5,017 1,458 0,097 0,034 19,712 2007 10,680 2,934 5,008 1,458 0,091 0,034 20,205 2008 10,922 3,128 5,395 1,498 0,082 0,036 21,061 2009 11,213 3,272 5,480 1,511 0,071 0,036 21,583 2010 11,411 3,448 5,840 1,554 0,070 0,036 22,359 2011 11,642 3,635 6,018 1,565 0,070 0,037 22,967 2012 11,740 3,885 6,183 1,657 0,070 0,037 23,572 2013 12,617 4,140 5,823 1,676 0,077 0,038 24,371 2014 13,024 4,165 6,038 1,605 0,091 0,038 24,961 2015 13,481 4,268 6,252 1,615 0,114 0,038 25,768 2016 13,777 4,329 6,291 1,651 0,156 0,040 26,244 2017 14,058 4,347 6,390 1,701 0,118 0,040 26,654 2018 14,476 4,499 6,555 1,683 0,095 0,041 27,349 2019 14,993 4,683 6,795 1,735 0,089 0,048 28,343 Grundlage: Gesundheitsausgabenrechnung des Statistischen Bundesamtes Tab. 1.9 its s e in der Einrichtung Zahnarztpraxen nach Ausgabenträgern 20 KZBV Jahrbuch 2021

0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 % 70 % 92 93 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 Abb. 1.10 Gesetzliche Krankenversicherung 52,9 % Private Haushalte/ Private Organisationen o. E. 24,0 % Private Krankenversicherung 16,5 % Arbeitgeber (Beihilfe) 6,1 % Gesundheitsausgaben in der Einrichtung Zahnarztpraxen nach Ausgabenträgern – Deutschland Wirtschaftliche Rahmendaten 21 KZBV Jahrbuch 2021

KZBV Jahrbuch 2021 22 2A Überschüsse/Defizite in der GKV – Deutschland -7,0 -5,0 -3,0 -1,0 1,0 3,0 5,0 7,0 91 92 93 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Mrd. € Überschuss Defizit der Grundlohnsumme der letzten 10 Jahre (rd. + 2,5 % p.a.) zurück. Die in den sonstigen Ausgaben enthaltenen eigenen Verwaltungskosten der Krankenkassen beliefen sich im Jahr 2020 in Deutschland insgesamt auf 11,8 Mrd. € nach 11,1 Mrd. € im Vorjahr und erhöhten sich damit um 6,0 % je Mitglied. Die aktuell vorliegenden Rechnungsergebnisse der Krankenkassen (Statistik KV45) zeigen für das 1. Halbjahr 2021 einen Anstieg der Gesamteinnahmen von 8,8 % und einen Anstieg der Leistungsausgaben um 6,4 %; die Ausgaben der GKV für zahnärztliche Behandlung stiegen in diesem Zeitraum um 14,9 % ( jeweils je Mitglied). Dabei sind die deutlichen Veränderungen im zahnärztlichen Bereich auf die Einbrüche im Leistungsgeschehen im Vorjahreshalbjahr und zum Teil auf die Leistungsausweitungen beim Zahnersatz (höhere Zuschüsse) zurückzuführen. Die GKV verzeichnete im 1. Halbjahr 2021 ein Defizit in Höhe von 1,9 Mrd. €. Defizit der GKV von 2,6 Mrd. € im Jahr 2020 Mit Wirkung zum 01.01.2009 wurde sowohl der Gesundheitsfonds als auch der morbiditätsorientierte Risikostrukturaus- gleich (Morbi-RSA) eingeführt. Die Einnahmen, die die Krankenkassen bis 2008 im Wesentlichen auf Grundlage kassen- individueller Beitragssätze generiert hatten, wurden ab dem Jahr 2009 durch Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds ersetzt. Vergleiche mit den beitragsorientierten Einnahmengrößen der Krankenkassen in den Jahren vor 2009 sind daher nicht mehr möglich. Die Rechnungsergebnisse der Krankenkassen werden ab dem Jahr 2008 aufgrund der Aufhebung der Rechtskreistrennung West/Ost nur noch für Deutschland insgesamt ausgewiesen. Die gesetzlichen Krankenkassen verzeichneten nach den Rechnungsergebnissen der GKV (Statistik KJ1) in 2020 Gesamt- einnahmen in Höhe von 260,35 Mrd. €. Davon entfielen auf die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds an die Krankenkassen im Jahr 2020 236,58 Mrd. € (der Rest auf Beitragseinnahmen und auf sonstige Einnahmen). Bei Gesamtausgaben der GKV in Höhe von 262,90 Mrd. € resultierte ein Defizit im Jahr 2020 in Höhe von 2,6 Mrd. €. Zum Vergleich: Im Vorjahr wies die GKV ein Defizit von rd. 1,7 Mrd. € auf. Gesundheitsfonds und Krankenkassen verfügten insgesamt rechnerisch am Ende des Jahres 2020 über Finanzreserven in einer Größenordnung von rd. 22,6 Mrd. €, davon rd. 16,7 Mrd. € bei den Krankenkassen und rd. 5,9 Mrd. € beim Gesundheitsfonds, wobei ein deutlicher Abbau der Reserven im Jahr 2020 in Höhe von rd. 7,4 Mrd. € gegenüber demVorjahr erfolgte. Die Leistungsausgaben stiegen je Mitglied im Jahr 2020 um 3,4 % auf 248,88 Mrd. €. Der Zuwachs der Grundlohnsumme blieb mit 1,6 % je Mitglied – trotz der Stabili- sierung der Sozialversicherungseinnahmen durch die Regelungen beim Kurzarbeitergeld – erheblich hinter den durchschnittlichen Veränderungsraten 2. Einnahmen/Ausgaben der GKV

KZBV Jahrbuch 2021 23 Krankenhaus 77,5 32,4 % 78,5 31,6 % Ärzte 41,5 17,3 % 44,1 17,7 % Apotheken 35,0 14,6 % 36,9 14,8 % Zahnärzte 15,0 6,3 % 15,0 6,0 % Krankengeld 14,4 6,0 % 16,0 6,4 % Verwaltungskosten 11,1 4,6 % 11,8 4,8 % übrige Leistungen 45,0 18,8 % 46,6 18,7 % Leistungsausgaben 239,5 100,0 % 248,9 100 % Jahr 2019 Mrd. € Mrd. € Anteil Anteil Jahr 2020 2B Aufteilung der Leistungsausgaben 2019 und 2020 – Deutschland Ausgaben für ausgewählte Bereiche Den größten Ausgabenblock bilden die Aufwendungen für die stationäre Versorgung mit einem Anteil von rd. 31,6 % an den Leistungsausgaben der GKV. Die Ausgaben für die ärztliche Behandlung umfassen rd. 17,7 % und die Aufwendungen für Apotheken rd. 14,8 %. Der Ausgabenanteil für zahnärztliche Behandlung reduzierte sich im Jahr 2020 auf rd. 6,0 %, der Anteil der Krankengeldausgaben betrug rd. 6,4 %. Der Anteil der Verwaltungskosten der Krankenkassen belief sich auf rd. 4,8 % bezogen auf die Leistungsausgaben der GKV. Die Ausgabenveränderungen der GKV betrugen je Mitglied in Deutschland im Jahr 2020 im Ausgabenbereich ambulante ärztliche Versorgung (+ 5,7 %), bei den Krankenhäusern (+ 0,8 %), Apotheken (+ 4,8 %) und Zahnärzten (– 0,8 %). Damit lagen die Zahnärzte und die Krankenhäuser unterhalb der eingetretenen Grundlohnsummenentwicklung in Höhe von + 1,6 %. In dem von den Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinflussten Jahr 2020 hatten innerhalb der Leistungserbringer mit größeren Ausgabenanteilen nur die Zahnärzte rückläufige Ausgabenveränderungen im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Die Ausgaben der Krankenkassen waren von 2004 bis 2012 im ärztlichen und zahnärztlichen Bereich durch die Einführung der Zuzahlung der Versicherten nach § 28 Abs. 4 SGB V (Kassengebühr/ Praxisgebühr) reduziert worden. Der Gesetzgeber hat die Abschaffung der Praxisgebühr zum 01.01.2013 beschlossen. Daher sind die Ausgabendaten ab dem Jahr 2013 im ärztlichen und im zahnärztlichen Bereich nach oben verschoben und können nicht direkt mit Werten aus dem Zeitraum 2004 bis 2012 verglichen werden. Bei der mittel- bis langfristigen Betrachtung ist zu berücksichtigen, dass die Ausgabenentwicklung in den Jahren 1993 bis 1995 maßgeblich durch das Gesundheitsstruktur-Gesetz (GSG) und in den Jahren 1998 bis 1999 durch das GKV-Solidaritätsstärkungsgesetz (GKVSolG) sowie im Jahr 2005 durch das GKV-Modernisierungsgesetz (GMG) geprägt war. Dabei hatten Zahnärzte in den Jahren 1993, 1998 und 2005 starke Ausgabenrückgänge zu verzeichnen, sodass bei den Veränderungsraten in den Folgejahren der daraus resultierende statistische Basiseffekt zu berücksichtigen ist. Betrachtet man die Ausgabenentwicklungen der Jahre 1991 bis 2020 insgesamt, so liegen nur die Zahnärzte unterhalb der Entwicklung der Leistungsausgaben und der Grundlohnsummenentwicklung. Die übrigen wichtigen Leistungserbringer wie Ärzte, Apotheken und Krankenhäuser haben sich im Rahmen der Leistungsausgaben entwickelt. Einnahmen/Ausgaben der GKV

KZBV Jahrbuch 2021 24 wicklungen gegenüber demVorjahr aus. In Deutschland erhöhten sich im Jahr 2020 die Ausgaben je Mitglied bei der konservierend-chirurgischen Behandlung (ohne Individualprophylaxe) um 0,4 %, bei der Individualprophylaxe stiegen sie um 0,8 % und bei den sonstigen Zahnleistungen (Kieferbruch/Kiefergelenk) um 6,7 % sowie im Bereich Kieferorthopädie um 2,4 %. Somit sind die Ausgaben für zahnärztliche Behandlung ohne Zahnersatz im Jahr 2020 um0,7 % je Mitglied gestiegen. Im Bereich Zahnersatz war allerdings ein deutlicher Rückgang um – 5,7 % je Mitglied festzustellen, sodass über alle Leistungsbereiche der zahnärztlichen Behandlung (einschließlich Zahn- ersatz) hinweg die Ausgaben der GKV gegenüber dem Vorjahr um 0,8 % je Mitglied zurückgegangen sind. Längerfristige Ausgabenentwicklung Die Ausgaben für den zahnärztlichen Bereich insgesamt sind in Deutschland im längerfristigen Rückblick erheblich geringer gewachsen als die Ausgaben in den anderen Leistungsbereichen. So stiegen die Ausgaben für zahnärztliche Behandlung inkl. Zahnersatz je Mitglied von 1991 - 2020 jahresdurchschnittlich nur um 1,3 %; die Leistungsausgaben je Mitglied sind im gleichen Zeitraum um 3,2 % gestiegen. Im Zuge dieser Entwicklung ging der Anteil der Ausgaben für zahnärztliche Behandlung (inkl. Zahnersatz) an den Leistungsausgaben von 10,1 % in 1991 auf 6,0 % in 2020 zurück. Dabei ist der Anteil der Ausgaben für den Bereich Zahnersatz imgleichen Zeitraumvon 3,9 % auf 1,3 % zurückgegangen. Der Anteil der Ausgaben für zahnärztliche Behandlung an den Leistungsausgaben der GKV hat damit im Jahr 2020 einen weiteren Tiefstand erreicht, da der zahnärztliche Sektor sich langfristig wesentlich schwächer entwickelt hat als alle übrigen zentralen Ausgabensektoren der GKV. Diese Zahlen zeigen, dass es eine „Kostenexplosion“ im zahnärztlichen Bereich nie gegeben hat, was erhebliche Zuwachsraten aufgrund zeitlicher Verwerfungen in einzelnen Jahren nicht ausschließt. Die zahnärztliche Versorgung ist sogar der einzige relevante Bereich mit langfristig stabilen Kosten. GKV-Ausgaben für zahnärztliche Behandlung einschließlich Zahnersatz Die Rechnungsergebnisse der GKV (Statistik KJ1) weisen für das Jahr 2020 in den einzelnen zahnärztlichen Leistungsbereichen leicht steigende bis rückläufige Ent2C Entwicklung der GKV-Ausgaben ( je Mitglied) in ausgewählten Leistungsbereichen 1991 - 2020 – Deutschland 100 110 120 130 140 150 160 170 180 190 200 210 220 230 240 250 260 91 93 95 97 99 01 03 05 07 09 11 13 15 17 19 Index(1991=100) Leistungsausgaben + 152 % + 3,2 % p.a. Krankenhaus Ärzte Zahnärzte + 136 % + 3,0 % p.a. + 147 % + 3,2 % p.a. + 47 % + 1,3 % p.a.

KZBV Jahrbuch 2021 25 Bei den Ausgabenveränderungen sind die in die zahnärztlichen Abrechnungsdaten eingeflossenen Punktwertanpassungen als Preiskomponente zu berücksichtigen, sodass das zu Grunde liegende tatsäch- liche Leistungsvolumen im Jahr 2020 stärker abgenommen hat. Die Aufteilung der GKV-Ausgaben für zahnärztliche Behandlung auf die einzelnen zahnärztlichen Leistungsbereiche verdeutlicht im Vergleich der Jahre 1997 und 2020, dass der Anteil des Bereichs Zahnersatz an den Ausgaben für zahnärztliche Behandlung von 36,2 % in 1997 auf 22,1 % in 2020 zurückgegangen ist. Im Gegenzug hat sich der Anteil des Bereichs konservierend-chirurgische Behandlung (inkl. IP) von 49,8 % auf 62,1 % erhöht, was als Beleg für die deutliche Prophylaxeorientierung in der zahnärztlichen Behandlung gewertet werden kann. Ausgaben für zahnärztliche Behandlung nach Kassenarten Die Entwicklung der Ausgaben für zahnärztliche Behandlung einschließlich Zahn- ersatz zeigte im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr bei den einzelnen Kassenarten relativ moderate Veränderungsraten: In Deutschland stiegen bei den Ortskrankenkassen die Ausgaben je Mitglied mit + 0,2 % leicht an, während sie bei den Ersatzkassen um – 1,8 % zurückgingen, was bei der GKV zu einem leichten Rückgang um – 0,8 % gegenüber dem Vorjahr führte. Die Aufwendungen je Mitglied variierten bei den Kassenarten von 235 € bis 278 € bei einem GKV-Durchschnittswert von 262 €. Dabei haben sich die durchschnittlichen Ausgaben je Mitglied für die zahnärztliche Behandlung zwischen Primärkassen und Ersatzkassen in den letzten 20 Jahren deutlich angenähert. So lagen die Ausgaben je Mitglied bei den Primärkassen im Jahr 1991 im Vergleich zu den Ersatzkassen auf einem Niveau von rd. 75 %, im Jahr 2020 haben die Ausgaben bei den Primärkassen das Ersatzkassenniveau bereits leicht überschritten. Die Primärkassen haben sich also den Ersatzkassen bei den durchschnittlichen Ausgabenhöhen vollständig angenähert, was u. a. durch Mitgliederbewegungen nach Einführung des Kassenwahlrechts, den Abbau sozialer Disparitäten sowie die im GKV-Versorgungsstrukturgesetz (GKVVStG) festgelegten Punktwertnivellierungen zwischen den einzelnen Kassen auf GKV-Ebene in den KZVen im Jahr 2013 zurückzuführen ist. Einnahmen/Ausgaben der GKV 49,8 % 36,2 % 8,8 % 5,2 % 62,1 % 22,1 % 8,2 % 7,6 % Jahr 2020 Jahr 1997 Konservierend-chir. Behandlung (inkl. IP) Zahnersatz Kfo Sonstige 2D Aufteilung der GKV-Ausgaben für zahnärztliche Behandlung 1997 und 2020 – Deutschland

KZBV Jahrbuch 2021 26 Die Gesamtmitgliederzahl der GKV stieg somit imZeitraum1996 - 2020 von 50,8Mio. um 6,4 Mio. (+ 12,5 %) auf 57,2 Mio., wogegen die Versichertenzahlen der GKV (Mitglieder und Familienangehörige insgesamt) sich im gleichen Zeitraum mit einem Anstieg von 71,9 Mio. auf 73,3 Mio. (+ 1,9 %) wesentlich geringer entwickelt haben. Im Jahr 2020 erhöhte sich die GKV-Mitgliederzahl um 0,49 % und die GKV-Versichertenzahl um 0,30 % gegenüber dem Jahr 2019. Dabei haben sich bei der Mitgliederentwicklung auch die Zunahme der Erwerbs- personenzahl und die demografische Entwicklung, aber auch Sondereffekte wie der Entfall der Familienversicherung für ALG II-Bezieher und des damit verbundenen Statuswechsels von GKV-Versicherten vom mitversicherten Familienangehörigen zum Mitglied zum 01.01.2016 niedergeschlagen. Dieser Sondereffekt führte bei der Entwicklung Strukturveränderungen bei den Mitgliederzahlen Das Anfang 1996 eingeführte Kassenwahlrecht der Versicherten hat die Enwicklung der Mitgliederzahlen der einzelnen Krankenkassen in erheblichem Ausmaß beeinflusst. Nach der Einführung des Kassenwahlrechts ging in Deutschland im Zeitraum 1996 - 2004 die Zahl der Mitglieder bei den Ortskrankenkassen um 3,3 Mio. zurück (– 15,1 %) und bei den Ersatzkassen um 1,7 Mio. (– 10,9 %). Demgegenüber erhöhte sich die Zahl der Mitglieder der Betriebskrankenkassen im Zeitraum 1996 - 2004 um 5,1 Mio. (+ 97,3 %). Die Mitgliederzahl der GKV hat sich in diesem Zeitraum um rd. 0,2 Mio. (– 0,4 %) verringert. Ausschlaggebender Faktor für die Veränderungen der Mitgliederzahlen war die Einführung des Kassenwahlrechts in Verbindung mit den tendenziell günstigeren Beitragssätzen der Betriebskrankenkassen in diesem Zeitraum. Im Zeitraum 2004 - 2020 setzte sich in Deutschland diese Entwicklung nicht einheitlich fort: Die Ortskrankenkassen weisen im Jahr 2020 nach rückläufigen Mitgliederzahlen in den Jahren 2004 - 2010 wieder eine gegenüber dem Jahr 2004 steigende Mitgliederzahl (+ 12,9 %) auf. Die Ersatzkassen gewannen in diesem Zeitraum 32,5 % der Mitglieder hinzu. Die Betriebskrankenkassen konnten ihren Zuwachs nicht weiter fortsetzen: Ihre Mitgliederzahl ging um 19,1 % zurück. Dagegen zeigte sich bei den Innungskrankenkassen, trotz des Mitglieder- rückgangs in den Jahren 2009 und 2010, im Zeitraum 2004 - 2020 mit + 26,1 % ein deutlicher Mitgliederzuwachs. Bei diesen Entwicklungen schlagen sich auch kassen- artenübergreifende Fusionen von Krankenkassen nieder. 150 170 190 210 230 250 270 290 91 92 93 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Ausgaben in € je Mitglied Primärkassen Ersatzkassen GSG 1993 GKV SolG 1998 FZ-System 2005 GKV-VStG 2013 2E GKV: Ausgaben je Mitglied für zahnärztliche Behandlung (inkl. ZE) – Deutschland Primärkassen / Ersatzkassen

KZBV Jahrbuch 2021 27 der Mitgliederzahlen von 2015 auf 2016 zu einem sprunghaften Anstieg von + 2,9 %, ohne dass sich die Versichertenzahl insgesamt wesentlich verändert hätte. Die Mitgliederentwicklung der GKV verlief zwischen 1996 und 2020 in den einzelnen Kassenarten, auch durch Fusionen geprägt, sehr unterschiedlich, sodass der Marktanteil der einzelnen Kassenarten z. T. deutlichen Veränderungen unterlegen war. Der Anteil der Ortskrankenkassen an der Mitgliederzahl der GKV sank von 43,0 % in 1996 auf 36,5 % in 2020, bei den Ersatzkassen erhöhte sich in diesem Zeitraum der Anteil von 37,0 % auf 38,9 %, bei den Innungskrankenkassen stieg der Mitgliederanteil von 6,0 % auf 6,9 %, während bei den Betriebskrankenkassen fusionsbedingt in den letzten Jahren der Mitgliederanteil auf 14,6 % zurückging, nachdem er im Jahr 2004 bei 20,4 % gelegen hatte. Im Jahr 2017 fusionierte die Barmer GEK mit der Deutschen BKK, was den Rückgang von Mitgliedern bei den Betriebskrankenkassen und die Zunahme von Mitglieder bei den Ersatzkassen mit erklärt. Die insbesondere durch Beitragssatzunterschiede ausgelösten Mitgliederwanderungen zwischen den Kassen infolge der Einführung des Kassenwahlrechts führten in der Vergangenheit zu Strukturverschiebungen im Versichertenbestand vieler Krankenkassen. Dies hat für den zahnärztlichen Bereich zur Konsequenz, dass bei Zuwanderung von Mitgliedern mit einer über demmitgliederbezogenen Budget liegenden Leistungsinanspruchnahme vertragszahnärztlicher Leistungen die Budgets häufig nicht mehr ausreichen, die tatsächliche Inanspruchnahme zu finanzieren (Kappung der Leistungsvergütungen in Höhe der Budgets). Es ist zu erwarten, dass sich aufgrund von Fusionen und kassenindividuellen Prämienzahlungen an die Versicherten auch weiterhin Wanderungsbewegungen der Mitglieder und damit Strukturverschiebungen im Versichertenbestand der Krankenkassen ergeben werden. Diese Strukturverschiebungen im Versichertenbestand können durch die im GKV-VStG vorgesehenen Bemessungskriterien (Strukturkomponente) bei den Verhandlungen zwischen den Gesamtvertragspartnern auf Landesebene zielgenauer bei der Fortschreibung der Gesamtvergütung berücksichtigt werden. Einnahmen/Ausgaben der GKV 21,9 5,2 3,0 0,7 1,2 18,8 18,6 10,3 3,1 0,6 1,2 16,8 17,8 9,4 3,9 0,6 1,4 18,4 20,9 8,4 4,0 0,5 1,3 22,3 0,0 5,0 10,0 15,0 20,0 25,0 AOK BKK IKK LKK KBS vdek in Mio. 2F Mitgliederzahl der GKV (in Mio.) Jahre 1996, 2004, 2010 und 2020 – Deutschland

28 KZBV Jahrbuch 2021 Einnahmen und Ausgaben GKV: Gesamteinnahmen / Gesamtausgaben Jahr Gesamteinnahmen Gesamtausgaben Mrd. € Veränd. in % Veränd. je Mitglied in % Mrd. € Veränd. in % Veränd. je Mitglied in % Deutschland 1991 92,14 93,59 1992 102,84 + 11,6 + 10,4 107,63 + 15,0 + 13,7 1993 113,60 + 10,5 + 10,6 108,28 + 0,6 + 0,8 1994 120,89 + 6,4 + 6,7 119,78 + 10,6 + 11,0 1995 130,83 + 8,2 + 8,0 134,38 + 12,2 + 12,0 1996 135,93 + 3,9 + 3,6 139,39 + 3,7 + 3,5 1997 137,54 + 1,2 + 1,1 136,99 – 1,7 – 1,8 1998 140,29 + 2,0 + 2,3 139,67 + 2,0 + 2,3 1999 144,30 + 2,9 + 2,4 144,38 + 3,4 + 2,9 2000 147,83 + 2,4 + 2,2 147,74 + 2,3 + 2,1 2001 150,98 + 2,1 + 2,2 153,66 + 4,0 + 4,1 2002 155,50 + 3,0 + 3,0 158,91 + 3,4 + 3,5 2003 159,18 + 2,4 + 2,8 161,93 + 1,9 + 2,3 2004 162,43 + 2,0 + 2,3 156,72 – 3,2 – 3,0 2005 163,64 + 0,7 + 1,2 160,29 + 2,3 + 2,7 2006 169,36 + 3,5 + 3,4 165,03 + 3,0 + 2,8 2007 176,69 + 4,3 + 3,8 172,27 + 4,4 + 3,8 2008 184,04 + 4,3 + 3,6 180,11 + 4,6 + 3,9 2009 1) 172,20 170,78 + 6,1 + 5,8 2010 175,60 + 2,0 + 1,7 175,99 + 3,1 + 2,8 2011 183,77 + 4,7 + 4,2 179,61 + 2,1 + 1,6 2012 189,69 + 3,2 + 2,3 184,25 + 2,6 + 1,7 2013 195,85 + 3,2 + 2,5 194,49 + 5,6 + 4,8 2014 204,24 + 4,3 + 3,2 205,54 + 5,7 + 4,5 2015 212,56 + 4,1 + 2,8 213,67 + 4,0 + 2,7 2016 224,35 + 5,5 + 2,6 222,73 + 4,2 + 1,3 2017 233,89 + 4,3 + 2,7 230,39 + 3,4 + 1,9 2018 241,36 + 3,2 + 2,2 239,27 + 3,9 + 2,8 2019 250,56 + 3,8 + 3,3 252,25 + 5,4 + 4,9 2020 260,35 + 3,9 + 3,4 262,90 + 4,2 + 3,7 1) 2009: Einführung des Gesundheitsfonds Grundlage: Statistiken des Bundesministeriums für Gesundheit (basierend auf den Rechnungsergebnissen der Krankenkassen) Tab. 2.1 t s Einnahmen und Ausgaben

29 KZBV Jahrbuch 2021 GKV: Gesamteinnahmen/Gesamtausgaben 1991 - 2020 – Deutschland 80 100 120 140 160 180 200 220 240 260 280 91 92 93 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Einnahmen GKV Ausgaben GKV Mrd. € Abb. 2.2 2009: Einführung des Gesundheitsfonds Zuweisungen an die Krankenkassen und sonstige Einnahmen Einnahmen/Ausgaben der GKV

30 KZBV Jahrbuch 2021 GKV: Ausgaben Jahr Ausgaben für Leistungen Verwaltungskosten Mrd. € Veränd. in % Veränd. je Mitglied in % Mrd. € Veränd. in % Veränd. je Mitglied in % Deutschland 1991 88,74 4,71 1992 102,03 + 15,0 + 13,7 5,40 + 14,6 + 13,4 1993 102,32 + 0,3 + 0,4 5,68 + 5,2 + 5,3 1994 111,07 + 8,6 + 8,9 5,99 + 5,5 + 5,8 1995 116,99 + 5,3 + 5,1 6,13 + 2,3 + 2,1 1996 120,88 + 3,3 + 3,1 6,54 + 6,7 + 6,4 1997 118,28 – 2,2 – 2,2 6,46 – 1,2 – 1,3 1998 120,12 + 1,6 + 1,9 6,82 + 5,6 + 5,9 1999 123,20 + 2,6 + 2,1 7,18 + 5,3 + 4,8 2000 125,94 + 2,2 + 2,0 7,30 + 1,7 + 1,5 2001 130,63 + 3,7 + 3,8 7,64 + 4,7 + 4,7 2002 134,33 + 2,8 + 2,9 8,02 + 5,0 + 5,1 2003 136,22 + 1,4 + 1,8 8,21 + 2,3 + 2,8 2004 131,16 – 3,7 – 3,5 8,11 – 1,2 – 1,0 2005 134,85 + 2,8 + 3,3 8,15 + 0,5 + 0,9 2006 138,68 + 2,8 + 2,7 8,11 – 0,5 – 0,6 2007 144,43 + 4,1 + 3,6 8,18 + 0,9 + 0,3 2008 150,90 + 4,5 + 3,8 8,28 + 1,2 + 0,5 2009 160,40 + 6,3 + 6,0 8,91 + 7,6 + 7,2 2010 164,96 + 2,8 + 2,6 9,51 + 6,8 + 6,5 2011 168,74 + 2,3 + 1,8 9,44 – 0,7 – 1,2 2012 173,15 + 2,6 + 1,7 9,67 + 2,4 + 1,5 2013 182,75 + 5,5 + 4,8 9,93 + 2,8 + 2,0 2014 193,63 + 6,0 + 4,8 10,01 + 0,8 – 0,3 2015 202,05 + 4,3 + 3,1 10,43 + 4,2 + 2,9 2016 210,36 + 4,1 + 1,2 10,98 + 5,3 + 2,3 2017 217,83 + 3,6 + 2,1 10,86 – 1,1 – 2,5 2018 226,22 + 3,9 + 2,8 11,51 + 6,0 + 4,9 2019 239,49 + 5,9 + 5,3 11,08 – 3,7 – 4,2 2020 248,88 + 3,9 + 3,4 11,81 + 6,6 + 6,0 Grundlage: Statistiken des Bundesministeriums für Gesundheit (basierend auf den Rechnungsergebnissen der Krankenkassen) Tab. 2.3

31 KZBV Jahrbuch 2021 GKV: Überschüsse/Defizite – Deutschland -1,5 -4,8 5,3 1,1 -3,6 -3,5 0,5 0,6 -0,1 0,1 -2,7 -3,4 -3,6 4,0 1,7 1,6 1,8 1,4 1,4 -0,4 4,2 5,4 1,4 -1,3 -1,1 1,6 3,5 2,1 -1,7 -2,6 -7,0 -5,0 -3,0 -1,0 1,0 3,0 5,0 7,0 91 92 93 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Mrd. € Überschuss Defizit Abb. 2.4 Einnahmen/Ausgaben der GKV

32 KZBV Jahrbuch 2021 GKV: Ausgaben für ausgewählte Bereiche lt r ic Jahr Behandlung durch Ärzte Behandlung durch Zahnärzte inkl. Zahnersatz Mrd. € Veränd. in % Veränd. je Mitglied in % Mrd. € Veränd. in % Veränd. je Mitglied in % Deutschland 1991 15,37 8,96 1992 17,07 + 11,1 + 9,8 11,28 + 25,9 + 24,5 1993 17,92 + 5,0 + 5,1 9,72 – 13,8 – 13,7 1994 18,89 + 5,4 + 5,7 10,53 + 8,3 + 8,7 1995 19,67 + 4,1 + 3,9 10,85 + 3,0 + 2,8 1996 20,12 + 2,3 + 2,0 11,77 + 8,5 + 8,2 1997 20,50 + 1,9 + 1,8 11,91 + 1,2 + 1,1 1998 20,78 + 1,4 + 1,7 10,85 – 8,9 – 8,6 1999 21,19 + 2,0 + 1,5 10,96 + 1,0 + 0,5 2000 21,51 + 1,5 + 1,3 11,23 + 2,5 + 2,2 2001 21,90 + 1,8 + 1,9 11,59 + 3,2 + 3,3 2002 1) 23,40 + 1,9 + 1,9 11,49 – 0,9 – 0,8 2003 24,30 + 3,8 + 4,3 11,82 + 2,8 + 3,3 2004 22,95 – 5,6 – 5,3 11,26 – 4,7 – 4,5 2005 23,09 + 0,6 + 1,0 9,93 – 11,8 – 11,4 2006 23,90 + 3,5 + 3,4 10,36 + 4,3 + 4,2 2007 24,79 + 3,7 + 3,2 10,69 + 3,2 + 2,6 2008 25,89 + 4,4 + 3,7 10,93 + 2,2 + 1,6 2009 27,65 + 6,8 + 6,5 11,22 + 2,7 + 2,4 2010 28,42 + 2,8 + 2,5 11,42 + 1,8 + 1,5 2011 28,98 + 2,0 + 1,5 11,65 + 2,0 + 1,6 2012 29,58 + 2,1 + 1,2 11,75 + 0,8 0,0 2013 2) 32,80 + 10,9 / + 4,9 + 10,1 / + 4,2 12,62 + 7,4 / + 3,8 + 6,6 / + 3,1 2014 34,20 + 4,3 + 3,2 13,03 + 3,2 + 2,1 2015 35,71 + 4,4 + 3,1 13,43 + 3,1 + 1,8 2016 37,30 + 4,4 + 1,5 13,79 + 2,7 – 0,2 2017 38,79 + 4,0 + 2,5 14,07 + 2,0 + 0,5 2018 39,97 + 3,0 + 2,0 14,49 + 3,0 + 1,9 2019 41,54 + 3,9 + 3,4 15,01 + 3,6 + 3,0 2020 44,13 + 6,2 + 5,7 14,97 – 0,3 – 0,8 1) ab 2002: Ärzte inkl. Dialyse-Sachkosten. Die Veränderungsraten sind entsprechend bereinigt. 2) Veränderungsrate 2013 ggü. 2012 unter Berücksichtigung der Auswirkungen des Wegfalls der Praxisgebühr Grundlage: Statistiken des Bundesministeriums für Gesundheit (basierend auf den Rechnungsergebnissen der Krankenkassen) Tab. 2.5

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