Jahrbuch 2021

KZBV Jahrbuch 2021 114 179.800 €. Da in diesem Zeitraum die Verbraucherpreise um 1,4 % gestiegen sind, erhöhte sich der Realwert des zahnärztlichen Einkommens um 5,5 %. Zurückzuführen ist die Entwicklung des zahnärztlichen Einnahmen-Überschusses in 2019 auf einen Anstieg des Umsatzes (Gesamt- einnahmen aus selbstständiger zahnärztlicher Tätigkeit) je Praxisinhaber um 5,2 % bei etwas moderaterer Zunahme der Betriebsausgaben um 4,3 %. Sowohl Umsatz- als auch Ausgabenentwicklung werden durch den für den Zahnarzt „durchlaufenden Posten“ Ausgaben für Arbeiten von Fremdlaboratorien beeinflusst. Bereinigt man sowohl den Umsatz als auch die Betriebsausgaben um diesen Posten, ergibt sich beim so bereinigten Umsatz in 2019 gegenüber 2018 eine Zunahme um 5,3 % und bei den bereinigten Betriebsausgaben um 4,2 %. Im Jahr 2019 blieben 59 % der Zahnärzte in Deutschland mit ihrem Einkommen vor Steuern unter dem Durchschnittswert (arithmetisches Mittel) von 179.800 €, 41 % erreichten einen höheren Wert. Der Median des Einnahmen-Überschusses lag 2019 bei 154.000 €. Das heißt, 50 % der Zahnärzte hatten ein Einkommen vor Steuern von weniger als 154.000 € zu verzeichnen, während 50 % den Wert überschritten. Beginnend mit dem Jahr 2018 wurde die bisherige Kostenstrukturerhebung der KZBV organisatorisch und methodisch neu konzipiert. Diese Neugestaltung ist insbesondere auf eine mit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz vorgenommene Gesetzesänderung zurückzuführen (§ 85 Abs. 3 SGB V). Hierdurch hat der Gesetzgeber die Parameter verändert, auf deren Basis die Vergütungsverhandlungen über zahnärztliche Leistungen zwischen den Verhandlungspartnern durchgeführt werden. Die strikte Grundlohnsummenanbindung wurde aufgehoben und für die Gesamtvergütungen werden nun zusätzlich die Kriterien Zahl und Struktur der Versicherten, Morbiditätsentwicklung, Kosten- und Versorgungsstruktur der Praxen, für die vertragszahnärztliche Versorgung aufzuwendende Arbeitszeit sowie Art und Umfang der zahnärztlichen Leistungen herangezogen. Im Gegensatz zur bisherigen KZBV Kostenstrukturerhebung wird die neue Erhebung nicht mehr von der KZBV selbst durchgeführt, sondern vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi), das als externes und unabhängiges Forschungsinstitut über ausgewiesene Expertise in der Durchführung von Erhebungen zu Kostenstrukturen von Arztpraxen verfügt. Im Rahmen der neuen, methodisch als Zahnärzte-Praxis-Panel (ZäPP) angelegten Erhebung, die erstmals bundesweit 2018 durchgeführt wurde, werdenmit Hilfe eines gegenüber früher deutlich erweiterten Erhebungsbogens jährlich Daten zur wirtschaftlichen Situation der Zahnarztpraxen und zu den Rahmenbedingungen der vertragszahnärztlichen Versorgung bei den Zahnarztpraxen erfragt. Auf zwei methodische Änderungen ist in diesem Zusammenhang noch hinzuweisen: Gegenüber den bisherigen Jahrbüchern wird nun bei der Zahl der Beschäftigten in Zahnarztpraxen die Kopfzahl ausgewiesen, ohne Umrechnung auf Vollzeitäquivalente. Die Erhebung steht damit imEinklangmit der Kostenstrukturstatistik bei Arzt- und Zahnarztpraxen des Statistischen Bundesamtes. Des Weiteren wurden bisher bei den zahnärztlichen Arbeitszeiten nur die Daten für den ersten Praxisinhaber berücksichtigt. Nunmehr werden alle Praxisinhaber in die Ermittlung der Arbeitszeiten einbezogen. Einkommensentwicklung in 2019 Im Jahre 2019 erhöhte sich der steuer- liche Einnahmen-Überschuss je Praxisinhaber in Deutschland um 7,0 % gegenüber demVorjahr. Er lag damit in 2019 bei 5. Betriebswirtschaftliche Daten der Zahnarztpraxen

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