Jahrbuch 2021

KZBV Jahrbuch 2021 117 Zahnärzte in der Einkommensskala langfristig abgerutscht Der langfristige Rückgang der zahnärztlichen Einkommen in den alten Bundesländern im Zeitraum 1980 bis 2015 dokumentiert sich auch im Vergleich des durchschnittlichen Zahnarzteinkommens mit den Einkommen anderer Facharztgruppen. Während sich das Zahnarzteinkommen 1980 noch im oberen Bereich der Facharzteinkommen bewegte, sank es im Laufe der Jahre (relativ zu den anderen Facharztgruppen) kontinuierlich ab. 1997 lagen die Zahnärzte mit ihrem Einkommen noch im Mittelfeld. Im Jahr 2015 verschlechterte sich die relative Lage der Zahnärzte nochmals deutlich, sodass die Zahnärzte nunmehr zu den Facharztgruppen mit den niedrigsten Einkommen gehören. Große Spannweite bei den zahnärztlichen Einkommen Die Einkommen der Zahnärzte streuen stark. Im Jahr 2019 lagen 59 % der Zahnärzte in Deutschland mit ihren Einkommen unter dem Durchschnittswert 179.800 €. Darüber hinaus erreichten 6,2 % der Zahnärzte in Deutschland einen Einnahmen-Überschuss von weniger als 50.000 €. In den alten Bundesländern betrug dieser Anteil 6,1 %, in den neuen Bundesländern waren es 6,6 % der Zahnärzte. Verfügbares Einkommen im Jahr 2018 Nach Abzug der zu zahlenden Steuern (Einkommen- und Kirchensteuern, Solidaritätszuschlag) und der Beiträge für die soziale Sicherung (Altersvorsorge, Krankenversicherung) ergab sich für einen verheirateten Zahnarzt mit zwei Kindern, der genau das mittlere Einkommen (Medianwert) erzielte, im Jahre 2019 ein verfügbares Einkommen von 93.600 € im Bundesdurchschnitt. In den alten Bundesländern lag das verfügbare Einkommen 2019 bei 95.500 €, in den neuen Bundesländern bei 83.800 €. Verglichen mit einem Arbeitnehmer mit 13 Monatsgehältern entspricht dies einem verfügbaren Einkommen des Zahnarztes von rd. 7.200 € (alte Bundesländer: 7.340 €, neue Bundesländer: 6.440 €). Hierbei ist u. a. noch zu berücksichtigen, dass der Zahnarzt eine durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 43,4 Std. in den alten Bundesländern und 42,4 Std. in den neuen Bundesländern hat, die erheblich über der durchschnittlichen Arbeitszeit in der Bevölkerung liegt. Ferner Betriebswirtschaftliche Daten der Zahnarztpraxen 5C Zahnärzte-Einkommen spürbar abgerutscht 50% 75% 100% 125% 150% 175% Kinderärzte Allgemeinärzte Gynäkologen Neurologen HNO-Ärzte Alle Ärzte Internisten Urologen Chirurgen Orthopäden Hautärzte Augenärzte Radiologen/ Nuklearmed. Zahnärzte 1980 Zahnärzte 1997 Zahnärzte 1987 Grundlage: Kostenstrukturstatistik des Statistischen Bundesamtes 2015, eigene Berechnungen Zahnärzte-Einkommen in Relation zum Durchschnitt aller Ärzte des jeweiligen Jahres Fachärzte-Einkommen in Relation zum Durchschnitt aller Ärzte im Jahr 2015 Basis 2015 Zahnärzte 2015

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