Jahrbuch 2021

KZBV Jahrbuch 2021 118 Zahnärzte als Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor Ende des Jahres 2019 wurden in den Zahnarztpraxen in Deutschland insgesamt rd. 318.000 Arbeitnehmer entgeltlich beschäftigt. Darunter waren gut 33.000 Auszubildende. Einschließlich der zahnärztlichen Praxisinhaber belief sich die Zahl der entgeltlich tätigen Personen in den Zahnarztpraxen im Jahre 2019 auf rd. 367.000. Darüber hinaus hängen knapp 100.000 weitere Arbeitsplätze direkt von den Zahnarztpraxen ab (Arbeitsplätze in gewerblichen Laboren, Dentalhandel, Dentalindustrie sowie zahnärztlichen Körperschaften). Zusammen ergeben sich daraus ca. 467.000 Arbeitsplätze in Deutschland. Des Weiteren hängen von der Zahnärzteschaft noch weitere Arbeitsplätze in Dienstleistungsbereichen ab (unter anderem Steuerberatungsbüros, Banken, Versicherungen, Bauunternehmen, Dental-Software-Hersteller). ist zu beachten, dass im zahnärztlichen Einnahmen-Überschuss und damit auch im verfügbaren Einkommen Bestandteile enthalten sind, die betriebswirtschaftlich nicht zum Einkommen aus zahnärztlicher Tätigkeit zählen (z. B. unentgeltliche Tätigkeit von Familienangehörigen, Einsatz von Eigenkapital in der Praxis). Liquidität der Zahnärzte langfristig gesunken – positiver Trend seit 2007 Von dem verfügbaren Einkommen muss der Zahnarzt den Lebensunterhalt für sich und seine Familie bestreiten. Zusätzlich muss er aus dem verfügbaren Einkommen noch Rücklagen bilden, um steigende Preise bei Reinvestitionen auffangen zu können. Insbesondere bei den Zahnärzten mit unterdurchschnittlichen Praxisergebnissen, die einen nicht uner- heblichen Teil aller Zahnärzte ausmachen, treten hier bereits Liquiditätsprobleme auf. Über die Reinvestitionen hinaus muss das verfügbare Einkommen dem Zahnarzt dazu dienen, Anschaffungen von zusätzlichen Investitionsgütern zu ermöglichen, die dem aktuellsten Stand der Technik entsprechen. Im Dentalbereich werden innovative Fortschritte erzielt, die eine für den Patienten gesundheitsschonendere und schmerzfreiere Behandlung ermöglichen. Allerdings ist die Anschaffung dieser Investitionsgüter mit erheblichen Kosten verbunden. Die sich seit 2007 abzeichnende Trend- umkehr nachdemlangjährigenSchrumpfungsprozess der zahnärztlichen Einkommen (real hat sich der Einnahmen-Überschuss im Jahre 2019 gegenüber 1976 in den alten Bundesländern um 26 % verringert) ist ein wichtiger Schritt, damit Zahnärzte weiterhin ihren Patienten diese innovativen Behandlungsmethoden anbieten können. Auch notwendige Aufwendungen zur Qualifizierung des Praxispersonals durch permanente Fortbildung werden hierdurch ermöglicht. Letztlich sichert ein gesundes Zahnarzt- einkommen langfristig die Behandlungsqualität und somit den Patientennutzen in den Zahnarztpraxen. Einnahmen-Überschuss (Median) 158.500 133.900 154.000 Einkommen-, Kirchensteuern, Solidaritätszuschlag, soziale Sicherung 63.000 50.100 60.400 Verfügbares Einkommen 95.500 83.800 93.600 5D Verfügbares Einkommen je Inhaber 2019 in € Alte Bundesländer Neue Bundesländer Deutschland

RkJQdWJsaXNoZXIy ODIwMTM=