Jahrbuch 2021

KZBV Jahrbuch 2021 119 Auf die Beschäftigten in den Zahnarztpraxen entfiel lt. Lohnerhebung der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (bgw) im Jahr 2019 in Deutschland eine Lohnsumme von rund 6,1 Mrd. €. Die Bedeutung der Zahnärzteschaft für die Investitionsgüterindustrie und die Kreditwirtschaft ist aus den folgenden Daten zu erkennen: 2019 betrug das gesamte Abschreibungsvolumen der niedergelassenen Zahnärzte rd. 930 Mio. €. In etwa dieser Höhe werden 2019 auch Investitionen getätigt worden sein. Darüber hinaus zahlten die Zahnärzte insgesamt rd. 140 Mio. € Fremdkapitalzinsen. Der in den deutschen Zahnarztpraxen erwirtschaftete Gesamtumsatz belief sich im Jahr 2019 auf rd. 27 Mrd. €. Sowohl hinsichtlich des Umsatzvolumens als auch der Beschäftigtenzahl stellt die Zahnärzteschaft einen nicht zu unterschätzenden Wirtschaftsfaktor dar. Trendanalyse des IDZ – Beschäftigungseffekte bis 2030 Im Rahmen seiner Studie „Wachstums- und Beschäftigungseffekte in der Mundgesundheitswirtschaft“ hat das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) u. a. die Beschäftigungseffekte in der Mundgesundheitswirtschaft bis zum Jahr 2030 ermittelt. In einer gesundheitsökonomischen Trendanalyse prognostiziert das IDZ einen potenziellen Beschäftigungszuwachs im zahnmedizinischen Versorgungsbereich in Höhe von etwa 20 %. Dabei nimmt die Zahl der Beschäftigten um rd. 76.000 auf rd. 486.000 im Jahr 2030 zu. Dies entspricht einem jährlichen Beschäftigungszuwachs in der Mundgesundheitswirtschaft von schätzungsweise rd. 0,9 %. Die Prognose bezieht sich auf Arbeitsplätze in Zahnarztpraxen, in Dentallaboren und im Einzelhandel für Mundgesundheitsprodukte. Mit einer Zunahme von rd. 65.000 Beschäftigten entfällt der Großteil auf den zahnärztlichen und den zahntechnischen Bereich. Die restliche Zunahme in Höhe von rd. 11.000 Beschäftigten findet im Bereich des Einzelhandels für Mundgesundheitsprodukte statt. Insofern fungiert der zahnmedizinische Sektor als Wachstums- und Beschäftigungstreiber für die Gesamtwirtschaft. DieWachstumseffekte resultieren primär aus demprivat finanzierten sog. „Zweiten Mundgesundheitsmarkt“ (direkte Ausgaben der privaten Haushalte). Als Begründung für das kontinuierliche Wachstum werden der demografische Wandel und das gestiegene Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung gesehen. Während im Jahr 1983 jeder Zwölfjährige in Deutschland an durchschnittlich sieben Zähnen Karies aufwies, waren im Jahr 2014 bei den Zwölfjährigen nur noch 0,5 Zähne kariös. Maßnahmen der Zahnerhaltung gewinnen unter diesen Rahmenbedingungen immer mehr an Bedeutung. Betriebswirtschaftliche Daten der Zahnarztpraxen

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