Jahrbuch 2021

KZBV Jahrbuch 2021 Vorwort Bereits seit Jahrzehnten liefert das von der Abteilung Statistik erarbeitete Jahrbuch der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) eine Vielzahl von fachlich abgesicherten Daten, Statistiken und Grafiken. Damit ist die Publikation das Standardwerk für fundierte Erhebungen rund um die vertragszahnärztliche Versorgung und eine belastbare Basis für politische Diskussionen, wissenschaft- liche Untersuchungen und gesundheitsökonomische Betrachtungen. Das vorliegende Jahrbuch bildet die unmittelbaren Auswirkungen der weltweiten Corona-Pandemie auf das vertragszahnärztliche Leistungsgeschehen in Deutschland ab. So ist den Abrechnungsdaten des Jahres 2020 zu entnehmen, dass es insbesondere im zweiten Quartal innahezu allen Leistungsbereichen zu abrupten Einbrüchen und Rückgängen von – 15 Prozent bis – 30 Prozent bei den Fallzahlen imVergleich zumVorjahresquartal gekommen ist. Und trotz einsetzender Aufholprozesse im weiteren Jahresverlauf konnte insbesondere in den großen Leistungsbereichen KCH und Zahnersatz in keinem der Quartale das Niveau der Vorjahre erreicht werden. Allein bei den Fällen im Bereich Zahnersatz musste ein Minus von fast 10 Prozent verkraftet werden. Diese und andere Verläufe sind auch eine direkte Folge der allgemeinen Verunsicherung in der Bevölkerung durch die Auswirkungen der Pandemie und der damit einhergehenden Aufforderung der Bundesregierung und der Länder, soziale Kontakte in diesem Zeitraum so weit wie möglich zu begrenzen. Trotz dieser widrigen Umstände war die zahnmedizinische Versorgung jederzeit gewährleistet, wofür wir an dieser Stelle den Zahnärztinnen und Zahnärzten unseren herzlichen Dank und unsere Anerkennung aussprechen möchten. Auch ein dem Zahnärzte-Praxis-Panel (ZäPP) beigelegter Sonderfragebogen dokumentierte präzise die Lage der Praxen während des ersten Pandemie-Jahres: Demnach gaben etwa 70 Prozent der Zahnarztpraxen an, im zweiten Quartal 2020 Kurzarbeit für einen oder mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angemeldet zu haben. Angesichts der durch das zusätzliche Corona-Management erheblich gestiegenen Arbeitsbelastung in den Praxen ist die mit etwas über 3.100 Praxen unverändert hohe Beteiligung an der Erhebung ein guter Indikator dafür, wie wichtig Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzten die aktive Unterstützung dieser berufspolitisch auf wirtschaftlich angemessene und stabile Rahmenbedingungen ihrer Praxen abzielenden Erhebung ist. Das Jahrbuch präsentiert in der vorliegenden Ausgabe die Ergebnisse der mittlerweile dritten bundesweiten ZäPP-Erhebung zur Kosten- und Versorgungsstruktur in vertragszahnärztlichen Praxen. Akute Auswirkungen auf die Versorgungsstrukturen infolge der Corona-Pandemie sind hingegen – derzeit – noch nicht erkennbar. Hier setzen sich vielmehr Trends fort, die sich bereits in den vergangenen Jahren manifestiert haben: Die Gesamtzahl der Zahnärztinnen und Zahnärzte ist mit insgesamt 62.867 im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig. Die Zahnärzteschaft altert demografiebedingt, wobei – als Ausdruck des zunehmenden Frauenanteils – die Zahnärztinnen eher jünger und die Zahnärzte im Schnitt eher älter werden. Diese Entwicklung lässt sich auf eine griffige Formel bringen: Die „Feminisierung des Berufsstandes“ setzt sich fort. Auch die aktuelle Ausgabe des Jahrbuchs der KZBV ist einmal mehr eine präzise Momentaufnahme von grundlegenden Strukturen und zentralen Entwicklungen im Bereich der vertragszahnärztlichen Versorgung. Dabei bietet das umfassende Kompendium Leserinnen und Lesern nicht nur Datentabellen mit den Ergebnissen der Erhebungen, sondern unterstützt auch bei der Interpretation von Informationen und Zusammenhängen. Wir wünschen Ihnen nun eine anregende Lektüre! 5 Vorwort Dr. Karl-Georg Pochhammer Stellv. Vorsitzender des Vorstandes Dr. Wolfgang Eßer Vorsitzender des Vorstandes ZA Martin Hendges Stellv. Vorsitzender des Vorstandes

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