Jahrbuch 2021

KZBV Jahrbuch 2021 56 3C Inanspruchnahmequote bei IP/FU-Leistungen bei Kindern und Jugendlichen bis unter 18 Jahren im Jahr 2020 – Deutschland 2 % 23 % 35 % 45 % 47 % 50 % 59 % 70 % 73 % 72 % 71 % 69 % 67 % 65 % 63 % 61 % 57 % 54 % 0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 % 70 % 80 % 90 % 100 % 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 Alter Infolge der coronabedingten Einschränkungen während der Lockdown-Phasen des Jahres 2020 ist die Inanspruchnahme zahnärztlicher Leistungen und damit auch die Fallzahl im konservierend-chirurgischen Bereich deutlich gesunken. Nachdem die Gesamtzahl der konservierend-chirurgischen Fälle in Deutschland im Jahr 2019 noch bei rd. 94,8 Mio. und damit leicht oberhalb des Niveaus vor der Einführung der Praxisgebühr gelegen hatte, wurden im Jahr 2020 nur rd. 88,8 Mio. KCH-Fälle abgerechnet. Das abrupte Absinken der Zahl der KCH-Fälle liegt damit konträr zur leicht steigenden Fallzahl zwischen 2013 und 2019 und unterstreicht die als Sonder- effekt zu wertenden Einflüsse der Corona- Pandemie, die sich in einer Zurückhaltung bei der Inanspruchnahme zahnärztlicher Leistungen durch die Versicherten manifestierten. Für Parodontalbehandlung wurden in Deutschland im Jahr 2020 je Mitglied 4,1 % weniger abgerechnet als im Jahr 2019 (West – 4,1 %, Ost – 4,9 %). Die Zahl der Abrechnungsfälle im Bereich Parodontalbehandlung ist in 2020 in Deutschland gegenüber dem Vorjahr je Mitglied um 7,7 % gesunken (West – 7,7 %, Ost – 8,0 %). Die absolute Fallzahl im Bereich Parodontalbehandlung ist im Zeitraum 2000 - 2020 insgesamt um rd. 42 % oder pro Jahr durchschnittlich um 1,8 % angestiegen. Für den Bereich Kieferbruch/Kiefergelenkserkrankungen ergibt sich für das Jahr 2020 ein Anstieg der Ausgaben je Mitglied von 6,6 % (West + 6,8 %, Ost + 4,4 %). Die Zahl der Abrechnungsfälle im Bereich erhöhte sich dabei um 2,9 % je Mitglied (West + 3,1 %, Ost + 0,9 %). Der seit einiger Zeit zu verzeichnende Anstieg bei Fallzahlen und Abrechnungswerten könnte auf den gestiegenen Bedarf bei der Anwendung von Aufbissschienen zurückzuführen sein. Für die Bereiche KCH, Par und Kieferbruch insgesamt ergab sich in 2020 in Deutschland ein Ausgabenrückgang um 0,9 % (West – 0,9 %, Ost – 1,2 %) je Mitglied. Die Ausgaben für Individualprophylaxe (IP) erhöhten sich in Deutschland in 2020 um 0,6 % (West + 0,2 %, Ost + 3,0 %) je Mitglied. Der Anteil für Individualprophylaxe (einschließlich FU) am Honorarvolumen aus allgemeiner, konservierender und chirurgischer Behandlung belief sich auf 6,7 %. Die Inanspruchnahme individualprophy- laktischer Leistungen (ohne Früherkennungsuntersuchungen) betrug im Jahr 2020 in Deutschland 63,7 % (Vorjahr 2019: 66,3 %) bezogen auf die Kinder und Jugendlichen von 6 bis unter 18 Jahren. Seit ihrer Einführung hat die Zahl der Früherkennungsuntersuchungen bei 2 ½ - 6-Jährigen (FU/FU2) im Zeitraum 2000 - 2020 von rd. 466.000 auf rd. 1.020.400 zugenommen, was einer jahresdurchschnittlichen Entwicklung von rd. + 4,0 % entspricht. Bezogen auf die anspruchsberechtigte Altersklasse nahmen im Jahr 2000 rd. 21 % und im Jahr 2020 rd. 39 % der Kinder Früherkennungs- untersuchungen in Anspruch. Die Ausgabenentwicklung im Bereich der Individualprophylaxe ist dabei noch vor dem Hintergrund der am 01.07.2019 erfolgten Neueinführung von drei neuen zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen für Kleinkinder zwischen dem 6. und dem vollendeten 33. Lebensmonat

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