Jahrbuch 2021

KZBV Jahrbuch 2021 8 1A Veränderung der beitragspflichtigen Einnahmen je Mitglied nach § 71 Abs. 3 SGB V Deutschland folgenden Kalenderjahres die Veränderung der beitragspflichtigen Einnahmen je Mitglied für den gesamten Zeitraum der zweiten Hälfte des Vorjahres und der ersten Hälfte des laufenden Jahres gegenüber dem entsprechenden Zeitraum der jeweiligen Vorjahre fest. Die Veränderung der beitragspflichtigen Einnahmen (Grundlohnsumme) nach § 71 SGB V weicht in den einzelnen Jahren in unterschiedlichem Ausmaß von der tatsächlichen Grundlohnsummenentwicklung ab. In der langfristigen Betrachtung sind jedoch in Deutschland die beitragspflichtigen Einnahmen nach § 71 SGB V von 1999 bis 2020 mit 44,4 % (+ 1,75 % p.a.) in ähnlichem Ausmaß gestiegen wie die tatsächliche Grundlohnsummen- entwicklung mit 43,7 % (+ 1,74 % p.a.). Im Jahr 2020 lag die tatsächliche Entwicklung der Grundlohnsumme mit + 1,56 % unterhalb der Prognose nach § 71 SGB V mit + 3,66 %, die aufgrund des Vergangenheitsbezugs von Corona-Sondereffekten noch weitgehend unberührt geblieben ist. Bei der tatsächlichen Die wirtschaftliche Situation der gesetzlichen Krankenkassen wird auf der Einnahmenseite im Wesentlichen durch die Grundlohnsumme (beitragspflichtige Ein- nahmen) jeMitglied, den Beitragssatz und die Beitragsbemessungsgrenze bestimmt. Die Grundlohnsumme je Mitglied hängt ab von der Beitragsbemessungsgrenze sowie von der allgemeinen Lohn- und Gehaltsentwicklung. Im Rahmen des zum 01.01.2009 eingeführten Gesundheitsfonds, der sich aus Mitglieder- und Arbeitgeberbeiträgen sowie einem Bundeszuschuss speist, erhalten die Kranken- kassen Zuweisungen, die sich an der alters-, geschlechts- und risikobezogenen Zusam- mensetzung der Versicherten orientieren. Löhne und Gehälter Die Grundlohnsumme je Mitglied korreliert in der Regel stark mit der volkswirtschaftlichen Größe Bruttolöhne und -gehälter je Beschäftigten. Differenzen zwischen beiden Größen können aus einer Reihe von verschiedenen Einflussfaktoren (z. B. Entwicklung der Zahl der Arbeitslosen, Strukturverschiebungen bei den GKV-Mitgliedern, Wanderungsbewegungen von der GKV zur PKV) resultieren. Die Bruttolöhne und -gehälter je Beschäftigten sind im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr mit – 0,1 % leicht zurückgegangen. Die im längerfristigen Vergleich deutlich schwächere Entwicklung war weitgehend von den coronabedingten Auswirkungen auf die Beschäftigungslage und den Arbeitsmarkt beeinflusst. Die für die Beitragsentwicklung der GKV maßgebliche Grundlohnsumme je Mitglied ist im Jahr 2020 in Deutschland mit + 1,6 % sogar noch leicht angestiegen, lag aber auch unterhalb des durchschnittlichen Wachtsums der Vorjahre. Prognosen 2021 und 2022 Das Bundesministerium für Gesundheit stellt jährlich aufgrund gesetzlicher Bestimmungen (GKV-Gesundheitsreformgesetz 2000, § 71 SGB V) für die Vereinbarungen der Vergütungen des jeweils 1. Wirtschaftliche Rahmendaten Jahr Veränderung 2000 + 1,43 % 2001 + 1,63 % 2002 + 1,89 % 2003 + 1,06 % 2004 + 0,17 % 2005 + 0,38 % 2006 + 0,97 % 2007 + 0,79 % 2008 + 0,64 % 2009 + 1,41 % 2010 + 1,54 % Jahr Veränderung 2011 + 1,15 % 2012 + 1,98 % 2013 + 2,03 % 2014 + 2,81 % 2015 + 2,53 % 2016 + 2,95 % 2017 + 2,50 % 2018 + 2,97 % 2019 + 2,65 % 2020 + 3,66 % 2021 + 2,53 % 2022 + 2,29 %

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