Jahrbuch 2021

sen leichte Zunahmen feststellbar sind. Bei Wiederherstellungen sind dagegen Rückgänge zu verzeichnen. Diese Entwicklung unterstreicht den anhaltenden Trend hin zu festsitzenden Versorgungsformen zu Lasten der Versorgung mit herausnehmbarem Zahnersatz. Diese Entwicklung ist damit zu begründen, dass bei Versicherten im Lebens- zyklus immer länger eine höhere Zahl von eigenen Zähnen erhalten bleibt und länger festsitzender Zahnersatz (Einzelkronen, Brückenversorgungen oder Kombi- nationsversorgungen mit Teleskopkronen) eingegliedert werden kann, sodass einfachere Prothesenversorgungen zurückgehen, weil sie i.d.R. erst im höheren Lebensalter Anwendung finden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass bei festsitzenden Versorgungen ein (auch kostenmäßig) höherer Aufwand bei der Versorgung entsteht als bei vergleichsBei Vergleichsbetrachtungen im Bereich Zahnersatz sind insbesondere auch in Bezug auf die Wahl des Basiszeitraums die im Zuge der Einführung des Festzuschusssystems im Jahr 2004 festzustellenden Ankündigungs- und Vorzieheffekte sowie die Umstellungsprozesse nach der Einführung des Festzuschusssystems zu berücksichtigen. Diese Umstellungseffekte sorgten dafür, dass das Fallzahl- und Ausgabenniveau im Jahr 2004 durch Vorzieheffekte deutlich erhöht war und demgegenüber im Jahr 2005 atypisch niedrig lag. Die Entwicklung im Bereich Zahnersatz stellte sich in den Folgejahren im Rahmen eines Normalisierungs- prozesses deutlich ausgeprägter dar. Somit erscheint die Heranziehung des Basisjahres 2006 für längerfristige Strukturvergleiche sachlich geeignet. Die Struktur der abgerechneten Festzuschussbefunde (FZ-Befunde) ist ein wichtiger Indikator, um das Versorgungsgeschehen im Bereich Zahnersatz im Zeitverlauf einschätzen zu können. Bei den Einzelkronen stieg die Zahl der abgerechneten Festzuschüsse je 100 Fälle von 42,7 im Jahr 2006 auf 51,4 im Jahr 2020, bei den Brückenversorgungen von 12,4 auf 12,0 bei den Prothesen von 7,8 auf 9,5 und bei den Interimsprothesen von 4,8 auf 6,7. Die Häufigkeit bei den Reparaturen ist von 71,1 im Jahr 2006 auf 67,1 im Jahr 2020 zurückgegangen. Die Festzuschüsse für Teleskopkronen und für Totalprothesen haben sich vergleichsweise schwächer als die anderen Versorgungsformen entwickelt. Die Veränderungen beim Vergleich der relativen Häufigkeiten zeigen, dass bei Einzelkronen, Brückenversorgungen und den Interimsprothesen deutliche Zunah- men erkennbar sind, wogegen bei Modellgussprothesen und bei Totalprothe96 4E Relative Häufigkeit ( je 100 Fälle) von ausgewählten ZE-Versorgungsformen Deutschland 2006 und 2020 42,7 11,3 7,8 6,6 6,7 4,8 71,1 51,4 12,4 9,5 7,0 6,8 6,7 67,1 0 10 20 30 40 50 60 70 80 Einzelkronen Brücken Prothesen Teleskope Totalprothesen/ Cover-DentureProthesen Interimsprothesen Wiederherstellungen + 20,4 % + 21,8 % + 9,7 % + 6,1 % + 1,5 % + 39,6 % - 5,6 % Jahr 2006 Jahr 2020 Häufigkeit je 100 Fälle

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